Seit 90 Jahren besteht der Kleingärtnerverein Hornhausen. Am Sonnabend hatte der Vorstand um Eva Stannebein in das Vereinsheim zu einer zünftigen Geburtstagsfeier eingeladen.

Hornhausen l Bereits im Eingangsbereich wartete die erste Überraschung auf die Festteilnehmer. Eine kleine Ausstellung markierte mit Fotos, Wimpeln und Urkunden einen Teil der 90-jährigen, wechselvollen Vereinsgeschichte. So mancher erkannte sich hier nicht nur auf den Fotos vergangener Feiern wieder, es zeigte sich auch, dass Teile der Kleingartenordnung von 1924 heute noch Bestand haben.

Pünktlich um 15 Uhr konnte die Vereinsvorsitzende die Kleingärtner und ihre Gäste begrüßen. "Am 3. November 1924 wurde unser Verein in das Vereinsregister eingetragen", erklärte Stannebein in ihrer Festrede, die einen kurzen Abriss der Vereinsgeschichte beinhaltete. So habe der Kleingärtnerverein ursprünglich aus drei Anlagen bestanden, von denen das Backhausfeld mit 236 Gärten die größte war. Seine Blüte erlebte der Verein in den Jahren 1946 bis 1960, als es 560 Kleingärtner gab. Im Jahr 1978 sei der Verein in drei Sparten aufgeteilt worden mit dem Ziel, durch Wettbewerb den Ertrag der Hobbygärtner zu steigern. Mit der Wende wurden die drei Sparten nicht nur wieder unter einem Vereinsdach zusammengefasst, die Flächen im Thieanger sowie Bunte Burg wurden zudem verpachtet. "So mancher Garten ist bereits seit 80 Jahren in Familienbesitz", sagte die Vereinschefin weiter.

Sorgen plagen den Kleingärtnerverein

In ihrer Ansprache erinnerte Eva Stannebein auch an verdiente Gartenfreunde, die dem Verein "ihren Stempel aufdrückten". Dazu zählt auch der 1. Vorsitzende, Rudolf Barheine, der 1924 einen Kredit für den Bau des Zauns zur Verfügung stellte.

Dienten die Kleingärten früher in erster Linie der Versorgung ihrer Besitzer und zur Bereicherung des Speiseplans, so steht heutzutage der Erholungsfaktor im Mittelpunkt der Nutzung. Und auch einige Sorgen plagen den Verein mittlerweile. So fehlt den Hobbygärtnern der Nachwuchs: In der Anlage ohne Strom und fließendes Wasser sind derzeit nur noch etwa 60 Gärten verpachtet. "Das Ostereiersuchen auf der großen Wiese ist für alle immer ein Spaß, doch uns bereitet diese Wiese Kopfzerbrechen, so muss sie doch regelmäßig gemäht werden", sprach Eva Stannebein ein weiteres Problem an.

Bevor gemeinsam auf die vergangenen 90 Jahre mit Sekt angestoßen wurde, ergriff Ortsbürgermeister Lothar Lortz das Wort und würdigte die Arbeit der Kleingärtner: "Träger des kulturellen Lebens in der Gemeinde sind die Vereine. Und die Kleingärtner haben einen gestandenen Verein. Darauf können Sie stolz sein! Der Garten ist eine sinnvolle Freizeitgestaltung und dient der Entspannung." Lortz war nicht mit leeren Händen gekommen und überreichte der Vereinsvorsitzenden einen Umschlag mit einer kleinen Finanzspritze. Glückwünsche gab es auch von Inge Nahrstedt, der Vorsitzenden des Frauenchors sowie Jutta Birth von der Volkssolidarität.

Bei Kaffee und Kuchen wurde der Nachmittag fortgesetzt. Für den Abend war dann ein kaltes und warmes Büfett geplant, das auch von den Vereinsmitgliedern eigens vorbereitet wurde.

Wie vom Bürgermeister zu erfahren war, arbeiten die Vereine vor Ort sehr eng zusammen. Viele Einwohner sind in mehreren aktiv. So ist Eva Stannebein nicht nur die Chefin der Kleingärtner, sondern auch stellvertretende Bürgermeisterin, Schatzmeisterin im Kirchturmförderverein und leitet dort auch die Historiengruppe.