Nach einem Monat Pause ging es kürzlich für die Feuerwehranwärter der Verbandsgemeinden Obere Aller und Westliche Börde mit dem zweiten Teil ihrer Truppmannausbildung weiter. Die beiden Veranstaltungen standen unter dem Motto "Grundlagen Baukunde und Bauunfälle sowie Personenrettung".

Ausleben l Der Ausbildungsmarathon wurde maßgeblich durch das Technische Hilfswerk (THW) Oschersleben durchgeführt. Nachdem zu Beginn das THW kurz vorgestellt wurde und die Teilnehmer die wesentlichen Unterschiede zur Feuerwehr, wie Ausrückzeit, Durchhaltefähigkeit und technische Möglichkeiten, kennenlernten, wurde theoretisch das Verhalten von Baustoffen und Bauteilen im Brandfall und bei Beschädigungen besprochen.

Durch die Theorie gut vorbereitet, ging es dann auch recht schnell in die Praxis. Diese Anteile wurden unter Anleitung des THW-Bereichsausbilders Tim Kamrath mit seinem Ausbilderteam geübt.

"Die Kameraden haben kennengelernt, was mit einfachen Mitteln und den richtigen Ideen alles möglich ist."

Tim Kamrath, THW-Bereichausbilder

Es galt zunächst, einfache, senkrechte Abstützungen zu errichten. Doch schon bald wurde es komplizierter: Der zweite Schritt bestand in der Errichtung eines sogenannten Schwelljochs. Mit diesen Maßnahmen können schnell und sicher Gebäude abgestützt werden, wenn zum Beispiel tragende Wände durch Unfall oder Brand beschädigt worden sind. Die THW-Kameraden haben bei der Ausbildung besonders großen Wert darauf gelegt, dass nur Mittel verwendet wurden, die in den Feuerwehren auch tatsächlich verfügbar sind. "Dadurch haben die Kameraden zum einen gelernt, was mit einfachen Mitteln und den richtigen Ideen alles möglich ist, gleichzeitig wurde aber auch aufgezeigt, wie das THW die Maßnahmen noch weiter ausbauen und unterstützen kann", erklärte Tim Kamrath.

Nach der verdienten Mittagspause wurde der Schwierigkeitsgrad weiter erhöht: Es ging in den Bereich der schrägen Abstützungen. Hier wurden zunächst Schrägstützen und später Stützböcke aufgebaut, um zum Beispiel Wände zu stabilisieren, die durch Unfälle oder Brände zur Seite wegzubrechen drohen. Zum Abschluss wurde noch einmal intensiv mit der Möglichkeit des sogenannten Kreuzpalls geübt.

Für den weiteren Teil der Ausbildung hatte der THW-Ortsverband Oschersleben mit Unterstützung des THW aus Quedlinburg erneut eine sehr anspruchsvolle Weiterbildung vorbereitet. Nach einem Vortrag über die Einsatzmöglichkeiten und die Taktik bei verschütteten Personen ging es wieder in die Praxis. Dabei wurden insgesamt fünf Stationen durchlaufen. Dazu zählten unter anderem das Anheben von Lasten mit Hebekissen oder der Aufbau einer schiefen Ebene zum Personentransport. Auch die Rettung von Menschen aus Trümmern bei sehr beengten Platzverhältnissen wurde geübt.

Die Teilnehmer der Freiwilligen Feuerwehr Ausleben arbeiteten nach kurzer Erklärung selbständig und konnten so eigene, wertvolle Erfahrungen sammeln. "Während der beiden Ausbildungsabschnitte zeigte sich, dass die Zusammenarbeit des THW mit der Freiwilligen Feuerwehr praktisch erlebt, sich ergänzt hat und sich gegenseitig geholfen worden ist", resümierte der THW-Bereichsleiter Tim Kamrath.

"Wieder einmal hat die Versorgung durch das THW super geklappt. In geradezu mütterlicher Art und Weise wurden die Teilnehmer verwöhnt. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich bei den Kameraden des THW Oschersleben und der Ortsverbände aus Schöningen und Quedlinburg für die sehr gute Durchführung der wichtigen Ausbildung bedanken", erklärte der Ausleber Wehrleiter Clemens Köhler zufrieden.