Der Wahlmarathon bescherte auch den rund 70 Wahlhelfern in der Gemeinde Sülzetal eine lange Nacht. Um 24 Uhr konnte die Verwaltung das Rathaus schließen. Das Ergebnis in Sachen Gemeinderat sagt aus, dass es einige Veränderungen geben wird, viele "alte" Gesichter aber wieder mitmischen werden.

Sülzetal l Am Sonntagmorgen um 8 Uhr hatten die acht Wahllokale in der Gemeinde Sülzetal geöffnet. Gemächlich ging die Wahl los, doch gerade in Orten wie Altenweddingen kam es regelrecht zu Wahlstaus und Schlangestehen. Während es sich die einen vor dem Wahllokal gemütlich machten und die Gunst der Stunde nutzten, mal wieder miteinander ins Gespräch zu kommen, nahmen andere Wähler später einen zweiten Anlauf.

Bahrendorf gehörte zu jenen ausgewählten Orten in Sachsen-Anhalt, die im besonderen Fokus des Landeswahlleiters standen. Alle zwei Stunden gaben die Wahlhelfer ihre Meldungen weiter. Für die Europawahl gab es besonders gekennzeichnete Wahlzettel.

Nachwahlen in drei Ortschaften erforderlich

Die Kirchturmuhr in Langenweddingen schlug 22 Uhr, als die Mitglieder des Wahlausschusses hier die letzten Stimmen für die Gemeinderatswahl ausgezählt hatten. Zu dieser Zeit wurde in Altenweddingen noch fleißig gezählt und auch im Keller des Osterweddinger Rathauses türmten sich noch die Wahlzettel für den Gemeinderat.

Kurz nach 23 Uhr stand das vorläufige Wahlergebnis für den künftigen Gemeinderat fest. Zu dieser Zeit lagen die Wahlhelfer in Langenweddingen, Osterweddingen und Altenweddingen in den letzten Zügen, wurden hier die letzten Stimmen für die Ortschaftsratswahl ausgezählt. Gegen 24 Uhr war der Wahlmarathon zumindest für den Sonntag beendet, gingen im Osterweddinger Rathaus die Lichter aus. Die waren in Stemmern, im Wahllokal im Feuerwehrgerätehaus, schon gegen 20 Uhr erloschen, die Stemmeraner waren zuerst mit dem Auszählen fertig. Und das nicht nur, weil Stemmern der kleinste Ortsteil des Sülzetals ist: In Stemmern wurde am Sonntag kein Ortschaftsrat gewählt. Es hatten sich keine Kandidaten gefunden, Ortsbürgermeister Siegfried Schopf trat aus beruflichen Gründen nicht wieder an.

Inzwischen haben zwei Stemmeraner sich bereit- erklärt, zu kandidieren. Doch für den Ortschaftsrat werden drei Mitglieder gebraucht. Die Bürger in Stemmern werden möglichweise genau wie in Sülldorf, Schwaneberg und Bahrendorf erneut an die Wahlurnen gerufen. In Sülldorf hatte sich nur ein Kandidat gefunden, somit stand fest, dass es hier Nachwahlen geben muss. Nach Auswertung der Ortschaftsratswahlen in Bahrendorf und Schwaneberg ist es seit gestern amtlich, dass auch hier nachgewählt werden muss. Darüber informierte Hauptamtsleiter René Kellner, mehr dazu in unserer Mittwochsausgabe.

Unter den 20 gewählten Gemeinderatsmitgliedern sind "alte" Hasen wie Dietrich Ebering, Beate Schulze, Jutta Spurek, Friedrich Rabe, Hans-Otto Hornemann genauso vertreten wie die sieben Neuen: Andy Lankow, Marco Falkenber, Guido Heuer, René Marmulla, Winfried Tempelhagen, Norbert Dregger und Liane Samland.

CDU und SPD haben beide zulegt

Freude bei der CDU nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses für den Gemeinderat. "Wir haben wohl um die zwölf Prozent an Stimmen zugelegt, haben jetzt zwei Sitze mehr im Gemeinderat und sind stärkste Kraft", freute sich der Osterweddinger und CDU-Landtagsabgeordnete für den CDU-Ortsverband Sülzetal, Kay Barthel, der auch den Sprung in den Kreistag schaffte. Er ist mehr als zufrieden und baut auf engagierte Leute.

Über die SPD-Liste ziehen sechs Bewerber in den neuen Gemeinderat. "Damit konnten wir unsere bisherigen Sitze deutlich erhöhen", freut sich Ortsvereinsvorsitzender Christian Wolff. "Wir verstehen das gute Ergebnis als Auftrag unserer Bürger, uns noch intensiver um die vielfältigen Aufgaben in unserer Gemeinde zu kümmern."

Schon am Dienstagabend wird die Sülzetal-SPD intern über die weiteren Schritte sprechen. "Hier wollen wir eine konstruktive Arbeit im Gemeinderat auf den Weg bringen", so das neue Gemeinderatsmitglied Norbert Dregger.

"Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben ein ähnliches Ergebnis wie 2009 eingefahren und können mit nun drei Sitzen unsere Arbeit im Gemeinderat fortsetzen und werden uns konsequent für die Umsetzung der Beschlüsse einsetzen", so Jutta Spurek (Die Linke).

@066n TwitterCo.:Weitere Zahlen und Wahlergebnisse folgen in der Mittwochausgabe.

 

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