Alle Stimmzettel zur Kreistagswahl sind ausgezählt. Die Christdemokraten sind erneut stärkste Kraft im Landkreis. Aber nicht überall. In einigen "gallischen Dörfern" haben andere Parteien, Wählergruppen und ein Einzelbewerber die Nase zum Teil sehr deutlich vorn gehabt.

Landkreis Börde l Bei Kerstin Krause, Stephan Mühlenberg und Rolf-Dieter Eggert liefen Sonntagnacht alle Fäden zusammen. Die Mitarbeiter der EDV-Abteilung des Landkreises Börde bekamen die Zahlen, die aus den einzelnen Wahllokalen übermittelt wurden, als Erste auf den Tisch beziehungsweise auf den Monitor.

Und gleich das erste Endergebnis eines Wahllokals - es kam um 18.46 Uhr aus dem Gröninger Ortsteil Dalldorf - spiegelte nicht ansatzweise das Endergebnis der Kreistagswahl wider: Die SPD erhielt 56,4 Prozent der Stimmen, mehr als doppelt so viel wie der spätere Wahlsieger, die CDU, die in Dalldorf auf 21,2 Prozent der Stimmen kam.

Und das Ergebnis in Dalldorf war noch nicht einmal das beste der Sozialdemokraten. Als absolute Hochburg stellte sich vielmehr Altenweddingen heraus, wo Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner für seine Partei 63,8 Prozent holen konnte. Ein ähnliches Ergebnis erzielten die Sozialdemokraten mit 63,5 Prozent in Rottmersleben. Auch hier dürfte die Partei das dem Ortsbürgermeister Hans-Eike Weitz zu verdanken haben. In Rätzlingen (4,7 Prozent), Born (4,5 Prozent) und Velsdorf (3,5 Prozent) wären die Sozialdemokraten hingegen deutlich an einer Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Ein ähnliches Schicksal hätte die Linken in Hamersleben ereilt, wo sie gerade einmal auf 5 Prozent der Stimmen kamen. In der Wanzleber Goethestraße konnten die Linken dafür satte 48 Prozent einholen.

Bürgermeister profitieren von ihrem Amtsbonus

Generell zeigt sich bei einem genaueren Blick in die Wahlergebnisse, dass Bürgermeister und Landtags- oder Bundestagsabgeordnete einen kräftigen Amtsbonus haben. Flechtingens Ortsbürgermeister Dieter Schwarz holte im Wahllokal im Flechtinger Kurhaus satte 47,3 Prozent für seine FUWG. Im Barleber Ortsteil Meitzendorf wählten 36,9 Prozent der Wähler die FDP von Barlebens Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff. Der Einzelbewerber Dietmar Hobohm holte in seinem Heimatort Neuwegersleben sogar 72,2 Prozent. Das Ergebnis konnte am Ende nur die CDU in Born toppen: 72,4 Prozent.

Aber auch die kleinen Parteien haben ihre Hochburgen. Im Oebisfelder Ortsteil Niendorf konnte die Piratenpartei immerhin 14,2 Prozent holen. Ob das am Wahlprogramm der Piraten liegt oder an der Tatsache, dass Spitzenkandidatin Andrea Bogner dort wohnt, sei dahingestellt. In Döhren konnten die Grünen mit 15,4 Prozent ihr kreisweit bestes Ergebnis einfahren. Die einzige Partei, die nirgendwo ein zweistelliges Ergebnis erzielen konnte, ist die Alternative für Deutschland. In Dahlenwarsleben waren es immerhin 8,3 Prozent. Die Bürger für Bürger konnten im Wahllokal in der Haldensleber Nathusiusschule mit 21,6 Prozent einen Achtungserfolg erzielen. Allerdings traten hier auch nur 24,4 Prozent aller Wahlberechtigten an die Urne.

Unterbieten kann diese schlechte Wahlbeteiligung lediglich noch das Wahllokal in der Erich-Kästner-Grundschule in Haldensleben. Von 1862 Wahlberechtigten erschienen lediglich 340 im Wahllokal. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 18,3 Prozent. In Wenddorf scheint ein solches Ergebnis hingegen ein Ding der Unmöglichkeit zu sein: 75,6 Prozent Wahlbeteiligung.

@066n TwitterCo.:Alle Ergebnisse der Kreistagswahl, aufgeschlüsselt nach einzelnen Wahlbezirken, sind auf der Internetseite des Landkreises Börde nachzulesen: www.boerdekreis.de