125 Jahre Dienst am Nächsten sind am Wochenende in Hemsdorf gefeiert worden. Die örtliche Feuerwehr ist zwar eine kleine Gruppe, aber wenn die Kameraden gebraucht werden, sind sie da - und dass nicht nur, wenn es brennt.

Hemsdorf l Fast auf den Tag genau erinnerten die Hemsdorfer Feuerwehrleute an das 125-jährige Bestehen ihrer Wehr. 6.Juni 1889 steht auf der Gründungsurkunde und viele Ehrenamtliche haben seither an der Geschichte der Feuerwehr mitgeschrieben. Der heutige Ortswehrleiter Sandy Fryc selbst war nur an einem kleinen Bruchteil der Geschichte beteiligt, steht er doch erst seit vier Jahren an der Spitze der Ortswehr.

Doch er sei, wie er selbst sagt, stolz auf seine Truppe. Der Ausbildungsstand kann sich sehen lassen, denn unter den elf Aktiven sind fünf Gruppenführer, acht Maschinisten, acht Truppführer und fünf Atemschutzgeräteträger. Einer, der sich den guten Ausbildungsstand hoch anrechnen kann, sei nach Aussage von Sandy Fryc, der ehemalige Wehrleiter Torsten Müller. Außerdem gibt der kleinen aktiven Truppe eine starke Alters- und Ehrenabteilung den Rückhalt.

Auch Garant für die Kultur

Großartige Leistungen können die Kameraden im Laufe der Jahrzehnte aufweisen. So haben sie ihr Gerätehaus hauptsächlich in Eigenleistung errichtet. Und dass sie nicht nur zu Bränden und anderen Katastrophen, wie beispielsweise bei dem Scheunenbrand im Mai 2012 mitten in Hemsdorf, ihren Mann stehen, haben sie auch zum Fest am Sonnabend gezeigt. Schon am Vormittag war der Platz neben dem Speicher trotz der Hitze gut besucht. "Ich danke allen, die bei der Vorbereitung des Festes geholfen haben", so der Ortswehrleiter.

Die Leistungsstärke der Hemsdorfer Feuerwehr rückten auch der Kreisbrandmeister Kai Pluntke und die Bürgermeisterin der Stadt Wanzleben - Börde, Petra Hort, in die Mittelpunkt ihrer Grußworte. "Die Leistungsstärke ist kein Zufall. Die Feuerwehr ist heute mit einem breiteren Einsatzspektrum und gestiegenen Anforderungen konfrontiert. Damit kommt nur zurecht, wer sich ständig weiterbildet und mit ganzem Herzen dabei ist", unterstrich die Bürgermeisterin, bevor sie den verdienten Dank und Anerkennung aussprach. Nicht zuletzt auch für das, was die Hemsdorfer noch nebenbei für die Kultur und Dokumentation leisten.

Einer der Adressaten war speziell Peter Assel. Für den Feuerwehrkameraden war das Jubiläum Ansporn, nochmals die wichtigsten Eckdaten aus der Feuerwehrgeschichte herauszukristallisieren. "Zu den Gründern zählte der damalige Bürgermeister Heinrich Spieß", erklärte er und lud zu einer Zeitreise in einer kleinen Ausstellung im Hemsdorfer Speicher ein. Hier ist schon seit sechs Jahren eine stattliche Sammlung von Dokumenten dörflicher Geschichte zusammengekommen und auch die Feuerwehr als Teil darf dort nicht fehlen. Selbst die Erstausstattung der Wehr, bestehend aus Feuerpatschen und alten Ledereimern, hat hier ihren Platz gefunden.

Zudem haben sich Peter Assel und seine Frau Angelika für eine Sonderausstellung im Speicher vom Beginn des Ersten Weltkrieges vor 100Jahren inspirieren lassen und dazu allerhand zusammengetragen. "Ich freue mich, dass das alles Material aus Hemsdorf kommt", sagte Assel, und mancher Hemsdorfer konnte noch die eine oder andere Geschichte zu seiner Leihgabe erzählen.

 

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