Kaum ist die Parksaison eröffnet, entfaltet der Artenreichtum am Harbker Schloss sein sattes lebendiges Grün. Und immer wieder kommen neue Sprösslinge hinzu - den Baumpaten sei Dank. Eine Handvoll hat in diesem Jahr schon ein Bäumchen gespendet. Lothar Finck setzte noch eins drauf.

Harbke l Im April ist er 60 geworden, aber ein Berg an Präsenten lag Lothar Finck fern. Stattdessen ermunterte der Harbker die Gratulanten zu einer Spende für gute Zwecke. Sein Wunsch fand reichlich Gehör. Vom Geburtstagsgeld profitierten letztlich Turbines F-Jugend-Fußballer im Sportverein sowie der Schlosspark, "der mir doch sehr am Herzen liegt", so Finck beim Treffen mit Bürgermeister Werner Müller diese Woche am Waschhausteich.

Dort hatte Parkgärtner Rudi Michalke die frisch gepflanzte Sumpfeiche (Quercus palustris) mit einer Schleife drapiert und überreichte Müller dem Neu-Sechziger die obligatorische Urkunde für die Baumspende. "In Wahrheit ist es ja so, dass wir als Gemeinde den Baum diesmal als Zeichen des Dankes schenken, denn Herrn Fincks Geburtstagsspende übertrifft die 140 Euro, die der Baum kostet, ja bei weitem", erklärte Müller. Die stolze Summe von 2300 Euro hatte die Gemeinde von Finck empfangen. "Das ist auch Anerkennung für Harbke und die Mühen der Gemeindeverantwortlichen. Es ist ein wunderschönes Dorf, in dem sich meine Familie sehr wohlfühlt. Größter Dank gilt natürlich allen Spendern, denn sie haben die finanzielle Unterstützung ermöglicht", sagte Lothar Finck. Er stammt ursprünglich aus dem Leipziger Raum, kam 1986 nach Harbke und praktiziert dort seither als Zahnarzt.

Die Spende wurde gesplittet. 1300 Euro wandern aufs Sparkonto für die Wiederherrichtung des Hirschtors an der Nordostseite des Parks. Die übrigen 1000 Euro sollen an der Rückseite der Orangerie Verwendung finden. "Wir wollen nämlich die kleine Terrasse hinaus zum Teich wieder originalgetreu umrüsten, so dass dort gemütlich gesessen werden kann", erklärt Werner Müller. Aufnahmen des alten Geländers mit mehreren Kreuzsegmenten existieren noch. Durch die Spende sei gut ein Fünftel der benötigten Mittel abgedeckt.

Dass die Terrasse noch in diesem Jahr für eine Kaffee- und Kuchenrast wieder genutzt werden kann, sei unwahrscheinlich, zumal sich einen Steinwurf weiter ein akuteres Projekt aufdränge: "Zurzeit beschäftigt uns die Sanierung und Sicherung der Brauereimauer am Schlosshof", so der Bürgermeister. Fördermittel über 20000 Euro sind beantragt, aber die Zusage könne noch bis Herbst auf sich warten lassen. "Daher haben wir beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten nun einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn beantragt, womit wir ein gewisses Risiko eingehen, falls wir die Förderung doch nicht bekommen. Aber wir bekommen das schon hin. Die Rüstung steht und kostet uns monatlich Geld, da bietet es sich einfach auch an, das Risiko einzugehen", meint Müller.

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