Zum Seehäuser Ortsbild gehören seit je her Brunnen. Für die Restaurierung der kleinen Schätze setzt sich auch Ortschef Eckhard Jockisch ein. Jüngst wurden die vor rund vier Jahren neu hochgezogenen Mauerringe in der See- und Steinstraße mit einer Holzkonstruktion überdacht. Auf der "Rettungs"-Liste stehen fünf weitere Brunnen.

Seehausen l Die Meinung, dass historische Brunnen sowie alte, restaurierte Wasserpumpen das Ortsbild verschönern und ein Stück Kultur sind, vertritt auch Seehausens Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch, der sich für die Sanierung der Objekte einsetzt. Und so wurde vor knapp vier Jahren auch in der Seestraße an jener Stelle, an der Anfang des 19. Jahrhunderts noch der aus Guss gefertigte Bismarckbrunnen stand, eine Ringmauer zur Erinnerung an die versiegelte Wasserquelle neu hochgezogen.

"Ich bin 1943 geboren und kenne den Bismarckbrunnen selbst nicht mehr", merkt der Ortsbürgermeister an, der davon ausgeht, dass die massiv gegossene Brunnenanlage im Zweiten Weltkrieg mitgenommen und eingeschmolzen wurde. Der Brunnenschacht war daraufhin mit einer Betonplatte gesichert worden, erzählt er.

Seit kurzem ziert nun auch ein Dach den hier vor knapp vier Jahren neugeformten Sandsteinbau. "Die eingedeckte Dachkonstruktion aus Holz haben die Gemeindearbeiter gebaut", zeigt sich Eckhard Jockisch zufrieden. "Diesen sowie den historisch anmutenden Brunnenring in der Steinstraße hatten damals Ein-Euro-Kräfte gesetzt", erinnert sich der 70-Jährige. Auch dieser ortsbildprägende Brunnen hatte bereits im April endlich ein Dach aufgesetzt bekommen.

Die Verschönerungskur kam hier bei den Anwohnern sogar so gut an, dass sie die neue Holzkonstruktion spontan auf eigene Kosten mit Balkonpflanzen begrünten.

Finanziert wurde das Baumaterial über die Stadtkasse, die Arbeiten waren Sache der Gemeindearbeiter, weiß der Seehäuser Ortschef zu berichten. Mit den Sandstein-Arbeiten blieben die Brunnenschächte versiegelt. "Zur Sicherung ließ man die vor Jahrzehnten gesetzen Betonplatten einfach darauf liegen." Was die weitere Gestaltung der Seehäuser Ortskulisse angehe, so würde Eckhard Jockisch gern fünf weitere Brunnen sanieren wollen.

Und zwar Stück für Stück, Stein auf Stein.

 

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