Im Gröninger DRK-Heim Kaktus dreht sich in dieser Woche alles um die Kultur. Denn sie ist das Thema des Jahres-Projekts dieser Einrichtung für seelisch kranke Menschen. Die Aktion endet am Freitag mit einer Fahrt nach Quedlinburg.

Gröningen l Ummendorf ist heute das Ziel einiger Frauen und Männer des Gröninger DRK-Heims Kaktus. Dort werfen sie einen Blick in die Vergangenheit, informieren sich beispielsweise über die Geschichte der Börde im Allgemeinen und die Geschichte der Zücker- rübenindustrie im Besonderen. Währenddessen nehmen andere Heim-Bewohner in ihrem Gröninger Domizil an einem Tanz-Kursus teil, lernen beispielsweise den Walzerschritt.

So kulturell geht es in der Einrichtung für seelisch kranke Menschen nicht nur heute zu, sondern in dieser Woche Tag für Tag. Denn seit Montag läuft hier das Jahres-Projekt, das diesmal unter dem Motto "Kultur" stattfindet. Themen früherer Jahre waren beispielsweise "Deutschland", "Die Börde" oder auch "Italienische Küche".

"Die Jahres-Projektwochen für alle Bewohner gestalten wir seit 2005", sagt Bettina Schulz, die Mitarbeiterin der im Jahr 2002 eröffneten DRK-Einrichtung ist und gemeinsam mit ihren Kolleginnen Kirsten Ueckermann und Vera Jander für die Jahres-Projekte alles vorbereitet, organisiert und dann auch das alles zusammen mit den Bewohnern realisiert.

Allerdings nicht mit allen Bewohnern. "Die Teilnahme an diesem Projekt ist keine Pflicht. Nur wer dabei sein möchte, der nimmt teil", wie Bettina Schulz erklärt. Und dabei sein möchte auch in diesem Jahr knapp die Hälfte der 46 Bewohner.

Und sie haben am Montag zunächst einen Eröffnungsvortrag zum Thema Kultur von Kaktus-Betreuungsleiterin Kirsten Ueckermann gehört. Dann ist die Kultur-Therapeutin Anne Albrecht gekommen, um gemeinsam mit den Projektteilnehmern den "Offenen Garten" des DRK-Heims ins Haus zu holen. Sprich, die vor ein paar Jahren als Begegnungsstätte zwischen Heim- und den anderen Stadt-Bewohnern angelegte Grünanlage in Form einer Collage auf eine große Tafel zu bannen.

Dafür sind in den zurück- liegenden Wochen zahlreiche Kräuter, Blumen und andere Pflanzen sowie Obst im Garten geerntet und getrocknet oder auch fotografiert worden. Um sie dann in diesem getrockneten Zustand oder als Fotografie zu einer Collage zusammenzufügen.

Die aber erst am morgigen Donnerstag so richtig fertiggestellt wird. Also nachdem am gestrigen Dienstag zum einen ein Ausflug nach Magdeburg auf dem Projektprogramm stand, um sich dort unter anderem das Hundertwasserhaus und den neu gestalteten Domplatz anzusehen. Zum anderen hat gestern für die nicht ganz so reiselustigen Kursus-Teilnehmer im Haus eine Buchlesung stattgefunden.

Am heutigen Mittwoch geht es nun zum einen in das Ummendorfer Museum und wird zum anderen im Haus getanzt.

Am morgigen Donnerstag werden die Teilnehmer des Kurses zunächst die besagte Garten-Collage fertigstellen, um dann auch noch auf anderen Tafeln den 16 deutschen Bundesländern jeweils ein oder zwei bekannte Kulturobjekte zuzuordnen.

Und am Freitag wird die Projektwoche mit einem Besuch im Gröninger Museum und einem Ausflug in die kulturträchtige Harz-Stadt Quedlinburg beendet.

"Diese jährlichen Projektwochen sind für unsere Einrichtung etwas ganz Besonderes. Allerdings gibt es bei uns das Jahr über auch noch weitere Höhepunkte. Beispielsweise unsere Sommer-, Herbst- und Weihnachtsfeste. Und zudem noch ein Angehörigen- und Betreuerfest, das wir nach der erfolgreichen Premiere in diesem Jahr in den nächsten Jahren wiederholen werden", wie Bettina Schulz ankündigt.