Die Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände des Trink- und Abwasserverbandes Börde (TAV) schreiten voran. Die vorgesehene Zufahrt steht jedoch wegen des geplanten Tunnelbaus noch in den Sternen.

Oschersleben l Die Grundgerüste für die beiden künftigen Werkstattgebäude links und rechts stehen bereits seit einigen Tagen und lassen erahnen, welche Größe die Bauten einmal haben werden. Auch das Mauerwerk des Erdgeschosses für den Sozialbereich ist so gut wie fertig. "Die Bodenplatten sind bereits geliefert, bald kann also mit dem Obergeschoss begonnen werden", erklärt die TAV-Geschäftsführerin Vinny Zielske.

Torweg wurde in der Planfeststellung vergessen

Auch die Grenze zum benachbarten Park, der etwas höher liegt, sei mit Beton gesichert worden, um Hangabrutschungen zu vermeiden. Insgesamt sind laut Zielske bisher rund eine Million Euro für die Baukosten eingeplant.

Ein Sorgenkind sei aber nach wie vor die geplante Zufahrt von der Magdeburger Straße. Grund dafür ist der geplante Tunnel zur Entlastung des Straßenverkehrs. In einem Planfestellungsverfahren der Deutschen Bahn, der Bauherrin des Verkehrsprojektes, wurde der seit drei Jahren geplante TAV-Torweg einfach nicht berücksichtigt. "Dabei wurde uns dieser mündlich mehrfach zugesagt", betont Zielske. Der TAV hat daher eine Klage eingereicht. Am 20. Juli soll nun zumindest eine Aussprache mit dem Anwalt der Deutschen Bahn erfolgen. "Wir werden die Klage jedoch nur zurücknehmen, wenn uns schriftlich eine Genehmigung für die Zufahrt erteilt wird", zeigt sich Zielske kämpferisch.

Im Juli 2013 begannen die ersten Baumaßnahmen auf dem Grundstück des Verbandes. Dafür wurden zunächst die baufälligen Gebäude abgerissen. Was folgte waren Erdarbeiten. Auf Grund der Witterung im Winter und vor allem wegen des schadstoffbelasteten Bodens verzögerte sich der Weiterbau bis Mitte März. "Auf dem ehemaligen Stadtwerksgelände hatten zwei Gasbehälter gestanden, die wohl schon in den Siebziger Jahren abgerissen worden sind", berichtet Vinny Zielske. Die Bodenwerte hinsichtlich der Kontamination mit giftigen Stoffen seien an dieser Stelle überdurchschnittlich hoch gewesen. "Dieser Boden musste komplett abgetragen werden, teils viel tiefer, als durch Probebohrungen vorherzusagen war."

Anschließend mussten die entstandenen großen Löcher verfüllt und verfestigt werden, damit hier später nichts einsacken kann. "Während dieser Arbeiten hat sogar noch bei mir im Büro in der ersten Etage des Hauptgebäudes der ganze Schreibtisch vibriert", erzählt Zielske von den Bauarbeiten.

Für die Beseitigung des kontaminierten Bodens seien nun zusätzliche Kosten entstanden. Im Zuge dessen wurde ein Förderantrag über rund 200000 Euro gestellt.

Unterdessen sucht die TAV-Geschäftsführerin Vinny Zielske zu Dokumentationszwecken alte Bilder von den einstigen Gasbehältern auf dem Gelände. "Ich würde mich sehr freuen, wenn sich vielleicht jemand bei uns melden würde, der solche Fotografien noch besitzt, weil er zum Beispiel dort gearbeitet hat", bittet die Verbands-Chefin die Volksstimme-Leser um Hilfe.