Mit Kindern und Jugendlichen aus anderen Jugendfeuerwehren, die sogar aus Friesland angereist waren, hat die Langenweddinger Jugendwehr ihren 50. Geburtstag gefeiert. Das Jubiläum wurde in das traditionelle Zeltlager des Feuerwehrnachwuchses des Sülzetales eingebunden.

Langenweddingen l Eingehend hatten sich die Ortswehrleitung und die Betreuer der Langenweddinger Jugendfeuerwehr vorher mit der Geschichte befasst. So konnte Ortswehrleiter Maik Schneemann während der Feierstunde zum Auftakt des Zeltlagers feststellen: "50 Jahre nach der Gründung hat sich an den Aufgaben der Jugendfeuerwehr nicht viel verändert." Dem stimmten auch die anwesenden Gründungsmitglieder, die 1964 noch als "Junge Brandschutzhelfer" ihren Dienst taten, zu.

Der Anfang für die heutige Jugendfeuerwehr war gemacht, als die 1963 gegründete Arbeitsgruppe "Brandschutzhelfer" ein Jahr später aus der Schule in das Feuerwehrhaus verlegt wurde. Ein weiteres Jahr später kamen dann auch feuerwehrinteressierte Mädchen dazu. Mit dabei waren damals Marlis Pufahl, Ursula Noffz, Joachim Lankow, Rainer Behrends, Jürgen Junge (waren auch zum Jubiläum anwesend), Heidi Senkler, Gitta Schladitz, Elke Kniep, Angelika Voigtländer, Inge Schleinberg, Jutta Prosowski, Regine Jordan, Horst-Günter Rettig, Anton Eisenkolb, Bernd Leuchte, Hilmar Helmecke, Heinz und Lothar Wendland, Burkhard Lipke, Klaus Schäfer, Manfred Stövesand und Hans-Georg Schochert. "Wir möchten euch danken, denn ohne euch würden wir hier nicht stehen", sagte Maik Schneemann in Richtung der Anwesenden.

So groß wie damals scheinbar die Anziehungskraft der Feuerwehr war, ist sie heute nicht mehr. Die Langenweddinger Jugendfeuerwehr hat derzeit zehn Mitglieder, andere Jugendfeuerwehren sind auf der Strecke geblieben. Marco Dahlke unterstrich als Gemeindewehrleiter im Sülzetal die Bedeutung der Nachwuchsgewinnung: "Die Kameraden der Jugendfeuerwehr sind die Retter von morgen, auf sie sind wir angewiesen." Doch er weiß auch, dass der Wettkampf mit anderen Vereinen bei der Mitgliedergewinnung sehr stark geworden ist. Fred Fedder von der Gemeinde Sülzetal erklärte in Vertretung des verhinderten Bürgermeisters Jörg Methner, dass angesichts des demografischen Wandels die Nachwuchsgewinnung noch einen höheren Stellenwert bekommen muss.

Ulf Gundlach, Staatssekretär im Innenministerium, sah in der Arbeit der Jugendfeuerwehr nicht nur einen Faktor für den Brandschutz, sondern ebenso eine sinnvolle Aufgabe für die Freizeit der Kinder. Eine Aufgabe, bei der, wie Marco Dahlke sagte, Teamfähigkeit, Kameradschaft, Einsatzbereitschaft und zudem Spaß, Abenteuer sowie Freundschaft eine gewichtige Rolle spielen. Dass das in Langenweddingen seit 50 Jahren gepflegt wird, erkannten auch Kreisbrandmeister Kai Pluntke ("50 Jahre ist schon eine Hausnummer") und Ulf Nohr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Börde, an.

Das sind auch 50 Jahre, in denen einige Jugendwarte und Betreuer ganze Arbeit geleistet haben. Sie vermittelten den Kindern und Jugendlichen Wissen, übten mit ihnen für Wettkämpfe und führten sie zu Erfolgen, organisierten für sie manchmal spaßige Aktionen und bereiteten sie für den Eintritt in die aktive Wehr vor. So durften auch Zeltlager nicht fehlen - solche wie das am Wochenende im Langenweddinger Freibad, das ein engagiertes Team um den Langenweddinger Jugendwart Karsten Weber auf die Beine gestellt hat. Da Langeweile nicht aufkommen sollte, gab es einige Höhepunkte vom Freitagabend bis zum Sonntagvormittag.

So konnten bei der Nachtwanderung am Freitag an einigen Stationen bereits Punkte für die Orientierungsmarschwertung gesammelt werden. Die Teilnehmer mussten dafür Knotenkunde beherrschen und gelbe Bälle in einem Strohhaufen finden. Der Orientierungsmarsch schloss sich am Sonnabend an. Dabei ging es um Heimatkunde ebenso wie um Gerätekunde, Erste Hilfe, Geschick beim Aufbau eines Wasserwerfers und Teamfähigkeit beim Badewannenrennen. Am Ende siegte die Jugendfeuerwehr aus Leipzig vor den Langenweddingern, den Altenweddingern, der Jugendfeuerwehr aus Gödens (Friesland) und dem Osterweddinger Feuerwehrnachwuchs. Auch die Wanzleber Jugendfeuerwehr war beim Zeltlager dabei, war am Sonnabendvormittag aber zum Bundeswettbewerb in Wanzleben unterwegs.

In die Wertung für den Orientierungslauf floss zudem noch ein Punkt für den Besten der Wasserspiele am Sonnabendnachmittag ein. Das waren die Leipziger, die damit den Langenweddingern den Sieg im Orientierungsmarsch streitig machten. Am Abend wurde außerdem das beste Knotenteam ermittelt.

   

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