Die Wanzleber Sekundarschule darf sich jetzt "Schule mit vorbildlicher Berufswahlorientierung" nennen. Das für drei Jahre gültige Zertifikat konnten Lehrer und Schüler nun gemeinsam entgegennehmen.

Wanzleben l Ihr Engagement im Rahmen der Berufsorientierung möchte die Wanzleber Ganztagssekundarschule künftig auch nach außen präsentieren. Deshalb wurde Anfang des Jahres die Entscheidung getroffen, die Bewerbung der Schule für das Berufswahl-Siegel Sachsen-Anhalt zu formulieren. Nun ist es vollbracht, die Sekundarschule kann sich "Schule mit vorbildlicher Berufswahlorientierung" nennen, denn genau das bestätigt das "Berufswahl-Siegel Sachsen-Anhalt".

Lediglich drei Schulen - eine Sekundarschule und zwei Förderschulen - bekamen bei der Veranstaltung, die in der Industrie- und Handelskammer Magdeburg stattfand, die Erstzertifizierung. Drei weitere wurden zum wiederholten Mal zertifiziert. Das Zertifikat ist drei Jahre gültig.

Verbunden ist das Zertifikat auch mit einer Hoffnung der Pädagogen, dass es die Schüler bei der Bewerbung für das berufliche Leben noch ein bisschen weiterbringt. "Wenn Schüler von einer Schule mit solchem Siegel kommen, erwarten die Unternehmen schon etwas", erklärte Lehrerin Viola Metzdorf.

Und sie fügte hinzu: "Die Bewerbung war kein Spaziergang und mit viel Schreibaufwand verbunden." Doch ihr und ihrem Kollegen Jörg Drebenstedt wurde an manchen Stellen auch klar, dass viele Dinge an der Schule schon so selbstverständlich geworden sind, dass sie es selbst in der Bewerbung nicht aufgeführt hätten. "Es gehört ja zu unserem Schulprofil, dass die Schüler schon vieles in der Praxis gesehen und ausprobiert haben", unterstrich Schulleiter Roland Stankewitz, immer in der Hoffnung, dass seine Schützlinge nicht zu denen gehören, die ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen.

Mit der schriftlichen Bewerbung gelang der Wanzleber Sekundarschule eine Platzierung im vorderen Bereich, so dass der Weg zum Audit mit Lehrern und Schülern sicher war. "Unsere Schüler haben in diesem Audit bestätigt, dass sie sich gut auf das Berufsleben vorbereitet fühlen", so Viola Metzdorf.

Dass der Satz nicht einfach nur so dahingesagt war, beweisen einige praktische Beispiele. So kooperiert die Schule mit zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft. Dadurch können unter anderem auch die Mädchen die Möglichkeit nutzen, einmal in mädchen-untypische Berufe hineinzuschnuppern. Durch die Mitarbeit im Arbeitskreis Schule/Wirtschaft erhalten die Lehrer und Schüler auch immer wieder neue Ideen.

Außerdem werden im Unterricht fächerübergreifende Komponenten genutzt, um die Schüler bestens auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. So spielen unter anderem auch im Technikunterricht die Textverarbeitung und Tabellenkalkulation am Computer eine Rolle, wie Jörg Drebenstedt erklärt.

Weitere Meilensteine, um den passenden Beruf zu finden, sind das sogenannte Brafo-Projekt für die Siebentklässler, Schnuppertage und Praktika in den Betrieben für die Schüler der achten und der neunten Klasse, ein Projekt zur Berufs- orientierung in der achten Klasse sowie ein Bewerbertraining in der neunten Klasse. Auch eine Schülerfirma gibt es in der Schule. In Zusammenarbeit mit etwa 14 Unternehmen aus der Region organisieren die Pädagogen der Sekundarschule einmal in jedem Schuljahr eine hauseigene Bildungsmesse. Dabei können sich die Schüler der achten bis zehnten Klasse über mögliche berufliche Wege informieren. Der Termin für die nächste Messe steht bereits - es ist der 17. September. Nicht zuletzt haben aber auch die Betriebe durch die Angebote die Gelegenheit, ihre potenziellen Bewerber und Mitarbeiter von morgen vorher kennenzulernen.

"Ich wünsche mir, dass alle Schüler die richtige Entscheidung für den Beruf treffen", fasste Viola Metzdorf zusammen. Sie freut sich immer, wenn sie ehemalige Schüler an ihren Arbeitsplätzen trifft und merkt, dass deren Entscheidung goldrichtig war und sie sich wohlfühlen.