Sintflutartige Regengüsse haben am Dienstag in mehreren Orten für Überschwemmungen gesorgt. Auf den Straßen liefen die Abwasserrohre voll, das Wasser drückte aus den Gullys. In Bottmersdorf stauten sich die Wassermassen am Ernst-Thälmann-Platz. Das Problem hier: In der Regengosse steht das Unkraut bereits meterhoch. Anwohner Detlef Mula machte seinem Unmut über mangelnde Pflege jetzt Luft.

Bottmersdorf l Auf das Gewitter Dienstagabend folgte noch während der sintflutartigen Regengüsse in Bottmersdorf das große Donnerwetter. Anwohner Detlef Mula (67): "Der Ernst-Thälmann-Platz läuft voll wie eine Wanne. Das Wasser staut sich, weil vor dem Zulauf das Unkraut in der Regengosse mittlerweile einen Meter hoch steht."

Seinem Frust über die mangelnde Pflege entlang der Rinne machte der 67-Jährige gehörig Luft. "Seit 2012 habe ich dazu beim Bauamt Eingaben gemacht. Doch bislang heißt es: Still ruht der See. In der Rinne sprießt alljährlich das Unkraut wie wild. Das letzte Mal ist das Stück vor zwei Monaten entkrautet worden. Wie man bei dem Regenguss sehen kann, viel zu selten. Der Abschnitt müsste viel öfter gepflegt oder so umgebaut werden, dass in der Rinne kein Unkraut mehr wachsen kann." Seit dem Streichkonzert um die ABM- und Ein-Euro-Kräfte habe die Pflegefrequenz rund um die Abwassergosse rapide abgenommen, merkt er an.

Erst im Vorjahr hat der Senior seine Fassade wegen aufsteigender Nässe trocken legen müssen. "Das Einfüllen des Flüssigsilikons sowie die Fassadenerneuerung hat mich rund 20000 Euro gekostet. Doch sobald es regnet und hier die Pkws durchfahren, landet das ganze Stauwasser als Fontäne an meiner frischsanierten Fassade", ärgert sich der Rentner. Er fordert zum Schutz seines Eigentums endlich eine "wasserdichte" Lösung.

"Der Thälmannplatz ist seit je her der tiefste Punkt im Ort. Doch während nur ein paar Meter weiter das Regenrückhaltebecken bei jedem Wolkenbruch so gut wie trocken bleibt, staut sich hier aufgrund des Unkrauts das Regenwasser vor dem Abwasserkanal an der Dr.-Hübner-Straße auf rund 15 Metern zurück. Und das bis zu 35 Zentimeter hoch vor meinem Grundstück. Hier muss dringend etwas passieren", wettert der ehemalige Kraftfahrer.

Die Volksstimme hakte dazu bei der Stadt nach. Bauamtsleiter Olaf Küpper sicherte gestern Vormittag, auf die verkrautete Regenwasserrinne angesprochen, eine unverzügliche Säuberung der Gosse zu. "Die Mitarbeiter des Bauhofs werden sich umgehend darum kümmern", sagte er. Um das Unkrautproblem und die damit verbundene Pflege langfristig in den Griff zu bekommen, gebe es zwei Ansätze, merkte der Amtsleiter an.

"Entweder man reißt das Natursteinpflaster, in dessen Zwischenräumen das Unkraut sprießt, komplett heraus und verlegt neue Gossensteine. Der Wechsel der alten Steine gegen neue würde rund 70 Euro pro Quadratmeter kosten", erklärt Olaf Küpper und weiter, "oder man verfugt das Natursteinpflaster neu. Hierfür müssten die Zwischenräume gereinigt und mit einem speziellen Kunststoff frisch verfüllt werden." Jene zweite Variante, die alten Fugen mit neuem Material zu versiegeln, hält er für die beste.

Doch weil dafür im aktuellen Stadthaushalt keinerlei Mittel vorgesehen sind, könne auf dem verkrauteten Teilabschnitt in diesem Jahr keine von beiden Baulösungen realisiert werden, merkt er an. Küpper versicherte, als Übergangslösung einen regelmäßigen Pflegeplan für das besagte Gossen-Teilstück an den Bauhof herausgeben zu wollen.

Anwohner Detlef Mula favorisiert im Gegensatz zu Olaf Küpper den 1:1-Wechsel von Natursteinpflaster auf neue Gossensteine. "Dann wäre hier Ruhe und das Wasser könnte ungehindert ablaufen. Denn in der neugesetzten Rinne könnte kein Unkraut mehr in die Höhe schießen. Das würde auch die Gemeindearbeiter entlasten, die sich dann nicht mehr um das Unkraut kümmern müssten." Für die Feuerwehren blieb es trotzallem am Dienstagabend ruhig. Stadtwehrleiter Burkhard Wegner: "Es gab keinen einzigen Gewitter-Einsatz."

   

Bilder