Mit der Zwangseingemeindung Klein Wanzlebens vor vier Jahren und der damit verbundenen Auflösung des Remkersleber Ortschaftsrates hat die Gemeinde mit der Kommunalwahl nun wieder einen eigenen. Sechs gewählte Vertreter wurden Dienstagabend in das Ehrenamt berufen.

Remkersleben l Zur Feier des Tages ließ der neue "alte" Ortsbürgermeister Christian Becker im Remkersleber Bürgerhaus sogar den Sektkorken knallen. "Die vierjährige Zwangspause des Remkersleber Ortschaftsrates ist endlich vorbei", sagte Becker sichtlich heiter gestimmt. Im Rahmen der konstituierenden Sitzung bekam der ehemalige Ortschef von allen Ratsmitgliedern erneut das Vertrauen ausgesprochen. Sechs Sitze zählt nun das für eine Amtszeit von fünf Jahren neugewählte Gremium. Die Remkersleber standen seit September 2010 ohne Rat und Ortsbürgermeister da. Wie es dazu kam? Um sich damals nicht selbst auflösen zu müssen und drei Monate bis zur Neuwahl ohne Ortsrat dazustehen, hatten im Juni 2010 die Klein Wanzleber Gemeinderäte an ihrer Ortschaftsverfassung festgehalten. Das hatte zur Folge, dass sich der Remkersleber Ortsrat auflösen musste und mit der Zwangszuordnung auch keine Interessenvertretung im Stadtrat zugesprochen bekam. Christian Becker, der in den vergangenen vier Jahren als Mitglied im Klein Wanzleber Ortschaftsrat saß, hatte für die Freie Wählergemeinschaft bei der Kommunalwahl am 25. Mai mit 241 Stimmen auch die meisten in Remkersleben auf sich vereinen können. Die Remkersleber hatten von allen Ortschaften der Einheitsgemeinde mit 52,50 Prozent die höchste Wahlbeteiligung. Um überhaupt wieder einen Ortschaftsrat wählen zu können, hatte vorab der Stadtrat die Hauptsatzung ändern müssen. Damit gilt Remkersleben in der Stadt Wanzleben - Börde wieder als eigene Ortschaft. Mit der Auszählung der Stimmzettel (811 gültige Stimmen) hatte sich Tobias Telschow (60 Stimmen) von der CDU einen Platz sichern können. Die Freie Wählergemeinschaft holte mit 603 Stimmen insgesamt fünf Sitze. Neben Becker sitzen Ute Tuchen, Horst Gurack, Jörg Lüning und Steffen Hochsieder. Bärbel Kollo, die für die FDP angetreten und gewählt worden war, hatte ihr Mandat aus gesundheitlichen Gründen nicht annehmen können. Die neugewählten Räte haben sich bereits auf die großen Ziele geeinigt: "Wir treten für den Erhalt der Schulen und des Klein Wanzleber Freibades ein. Außerdem soll der Plan um die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses angeschoben werden."