Wanzleben l Immer mehr kleine Helfer, die den Alltag leichter machen und das Leben in den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter ermöglichen sollen, tragen die Berater Thomas Schatz und Klaus Jacobs zusammen. Mal sind es einfache Utensilien wie ein Büchsenöffner oder ein spezielles Besteck für diejenigen, denen das Zugreifen schwerfällt, manchmal aber auch komplexe computergesteuerte Lösungen.

So bauen die Mitarbeiter der Beratungsstelle neuerdings auch jeden Dienstag im Wanzleber Rathauskeller eine kleine Puppenstube auf. Es ist ein Modell einer Wohnung, die bestens ausgerüstet ist, um dort auch im hohen Alter leben zu können. Die Schalter und Thermostate können sowohl wie gewohnt mit der Hand bedient werden. Andererseits können Licht, Heizung und andere Medien von einem anderen Raum per Tablet-PC bedient werden, ohne aus dem Sessel aufzustehen. "Es ist auch möglich, dass man seine medizinischen Daten von der Wohnung zum Arzt schicken kann, oder ein Bewegungssensor Sturz- oder Gefährdungssituationen erfasst", erklärt Klaus Jacobs weitere Raffinessen. Die Telemedizin werde, so sagt er, zukünftig vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der geringer werdenden Arztdichte, stetig mehr an Bedeutung gewinnen. Das haben Klaus Jacobs und Thomas Schatz auch in den Diskussionen mit Hausärzten aus der Region erfahren.

Das Wohnungsmodell, das ein Leipziger Unternehmen entwickelt hat, soll eine Anregung für Hauseigentümer sein, auch an später zu denken und ihr Haus rechtzeitig für den Alltag im Alter vorzubereiten. "So etwas kann nachgerüstet werden, um ein neues Niveau der Wohnsituation zu erreichen", sagt Klaus Jacobs.

Als weiteren Helfer können die beiden Berater nun einen Roboter vorstellen, der durch die Wohnung fahren kann und beispielsweise die Kommunikation möglich macht. So kann zum Beispiel der Senior aus seiner Wohnung auf einfach Weise mit dem Sohn in Hamburg kommunizieren und Hilfestellungen erfahren. Thomas Schatz und Klaus Jacobs wissen aber auch, dass das schon das höhere Niveau an Technik ist, aber auch die kleinen mechanischen Helfer ganz wichtig sein können.

"Wir wollen die Hemmschwelle der älteren Menschen gegenüber Technik senken", unterstreicht Klaus Jacobs, während sein Kollege zwei älteren Damen die kleinen Helfer im Alltag erklärt. Dazu arbeiten sie nicht nur mit den Dienstleistern der Region zusammen, sondern haben auch ein Netzwerk mit den Wanzleber Wohnungsunternehmen aufgebaut. Diese haben besonders ihren älteren Mietern nun eine Beratung in der Kommunalen Beratungsstelle ans Herz gelegt. "Damit ist eine menschliche Brücke gebaut", ergänzt Jacobs.

Die Kommunale Beratungsstelle "Besser leben im Alter durch Technik" ist Teil eines Modellprojektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und wird über zwei Jahre gefördert. Telefonisch sind die Berater unter der Nummer 039209/44763 erreichbar. Sprechtag ist immer dienstags von 11 bis 14 Uhr im Wanzleber Rathauskeller.