Ab dem Schuljahr 2015/16 sollen die Klein Rodensleber Kinder nicht mehr in Domersleben, sondern in Hohendodeleben eingeschult werden. Diese Idee soll die fünf Grundschulen der Stadt Wanzleben - Börde auf lange Sicht retten. Doch noch läuft die Diskussion.

KleinRodensleben l Um alle fünf Grundschulstandorte der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben - Börde, so wie es der Stadtrat schon vor längerer Zeit beschlossen hat, dauerhaft zu erhalten, braucht es eine vernünftige Basis. Denn das A und O sind für alle Grundschulen der Einheitsgemeinde Schülerzahlen, die auch zu den Vorstellungen der Landesregierung passen. Der Schlüssel zum Glück in der Stadt Wanzleben - Börde sollen nun die Kinder aus Klein Rodensleben sein.

So sieht es die Fraktion Freie Wähler des Stadtrates und hat einen entsprechenden Beschluss formuliert. Demnach soll am Ende der Stadtrat die Änderung des Schuleinzugsbereiches für die Grundschüler der Ortschaft Klein Rodensleben ab dem Schuljahr 2015/16 beschließen, so dass sie nicht mehr in Domersleben, sondern in Hohendodeleben beschult werden. Doch vor dem Stadtrat hatten nun erst einmal die Ortschaftsräte in Domersleben, Hohendodeleben und Klein Rodensleben das Wort.

Als die Ortschaftsräte am Donnerstagabend die Beschlussvorlage vor sich zu liegen hatten, waren einige Zuhörer gespannt, wie das Votum ausfallen würde. Norbert Hoße als Ortsbürgermeister machte zunächst klar, dass das Thema in den vergangenen drei Monaten in Klein Rodensleben eine hohe Brisanz hatte und auch oft diskutiert wurde. Nicht bei allen Eltern stieß die Idee zur Änderung der Schuleinzugsbereiche auf Begeisterung und Wohlwollen. In einer Informationsveranstaltung und auch bei einer Schulbesichtigung in Hohendodeleben - sechs betroffene Eltern waren dabei - wurde versucht, Pro und Contra abzuwiegen. "Wir haben auch versucht, in Domersleben die Grundschule zu besichtigen, das ist leider fehlgeschlagen", erklärte Norbert Hoße. Er habe nun von der Schulleiterin die Aussage bekommen, dass das eventuell im Herbst möglich sei.

Um in der Ortschaftsratssitzung entsprechende Argumente vorzubringen, hat der Ortsbürgermeister nun, ohne eine Besichtigung der Domersleber Grundschule abzuwarten, 19 betroffene Eltern in der Kindertagesstätte befragt, wie ihr Interesse liegt. "Meine Frage war: `Können Sie sich vorstellen, Ihr Kind auch in Hohendodeleben beschulen zu lassen?`" erklärte Norbert Hoße den sieben Ortschaftsräten. Im Ergebnis stimmten acht Eltern mit einem klaren "Ja", vier mit einem "Ja, wenn dadurch eine Schule erhalten werden kann", und sieben mit einem klaren "Nein". Die Begründungen für das "Nein" seien, so Hoße, unterschiedlich und reichen von Nichtgefallen der Schule über das Schulbusrisiko bis hin zu familiären Gründen. Die Unsicherheit mit dem Schulbusverkehr sei seiner Meinung nach aber zu regeln, wie das Beispiel zeigt, als die Schleibnitzer Kinder von Wanzleben nach Hohendodeleben gewechselt sind.

"Unser Ziel ist es, den Grundschulstandort Hohendodeleben zu erhalten, ohne den Grundschulstandort Domersleben zu gefährden", unterstrich der Ortsbürgermeister und fand eine Reihe Mitstreiter in seinem Rat. Alle waren sich bewusst, dass sie selbst eine Lösung finden müssen und kein anderer ihnen die Richtung weisen wird.

So erklärte auch Ratsmitglied Rüdiger Arnold, dass der Entscheidung des Stadtrates, alle fünf Grundschulstandorte zu erhalten, wichtig sei. "Ich finde es gut, wenn wir so eine Schulschließung verhindern können", schloss sich Ratsmitglied Peter Wieland an.

Das Votum war eindeutig. Die Ortschaftsräte und der Ortsbürgermeister stimmten geschlossen dafür, dass die Klein Rodensleber Kinder künftig in der Hohendodeleber Grundschule lernen sollen. Die bereits eingeschulten Kinder wären von dieser Entscheidung nicht betroffen.

Einige Tage zuvor hatte der Domersleber Ortschaftsrat geschlossen gegen diese Entscheidung votiert. Der Hohendodeleber Ortschaftsrat stimmte so wie die Klein Rodensleber Räte einstimmig für die Änderung des Schuleinzugsbereiches.

Bevor der Stadtrat nun eine endgültige Entscheidung trifft, wird auch der Hauptausschuss des Stadtrates noch seine Meinung dazu kundtun. Die Sozial- ausschussmitglieder hatten die Beschlussvorlage bereits im Mai auf der Tagesordnung und haben ebenfalls die Änderung der Schuleinzugsbereiche befürwortet.