Der Sanierungsplan zur Rettung des ortsbildprägenden Dreileber Dorfgemeinschaftshauses ist angelaufen. Im Zentrum der 560-Seelen-Gemeinde wird seit Anfang des Monats fleißig gewerkelt. Bis Oktober soll die stadteigene Immobilie im neuen Glanz erstrahlen. Die Verjüngungskur kostet rund 290000 Euro

Dreileben l Die Würfel und damit der Hammer um die Sanierungsarbeiten am Dreileber Dorfgemeinschaftshaus sind endlich gefallen. Die kommunale Immobilie ist bereits eingerüstet, die ersten Schritte zur Trockenlegung des Gebäudes, um die Bausubstanz zu sichern, vollzogen. Das Bauende ist für Ende Oktober geplant. Die Wärmedämmungsarbeiten werden dabei aller Voraussicht nach die meiste Zeit in Anspruch nehmen, hatte es auf der jüngsten Ortschaftratssitzung geheißen. Neben der Fassadenerneuerung steht laut Bauamtsleiter Olaf Küpper auch die der Fenster auf dem Sanierungsprogramm. "Die Rundbogen-Optik soll dabei erhalten bleiben", hatte Ortschaftsrat Mario Finke erklärt.

Der vom Zahn der Zeit stark gezeichnete Schriftzug "Gasthof" soll mit der Fassaden-Verjüngungskur konsequent gestrichen werden. Und das buchstäblich, kündigt der Ortschaftsrat an. Denn das im Ortskern gelegene Objekt bekommt im Zuge der Bauarbeiten auch einen komplett neuen Anstrich. "Das Gebäude wird, um künftig Energie zu sparen, gedämmt. Abschließend wird ein farbiger Putz aufgetragen. Damit fällt dann auch der Titel ,Gasthof` weg", berichtet der 46-Jährige.

Der Schriftzug "Zum Deutschen Haus" soll hingegen eine Neuauflage genießen .

Erstrahlen soll das Gebäude künftig in einem dunkleren Gelbton, die Fensterfaschen sowie das Faschenband erhalten einen weißen Anstrich. Die vom Ortschaftsrat gewählte Farbvariante müsse laut Bauamt aber noch vom Fördermittelgeber bestätigt werden, hieß es gestern.

Der Eingangsbereich zur ehemaligen Wirtschaft soll behindertengerecht gestaltet werden. Als mögliches Nachnutzungskonzept, sollte sich kein Interessent für die Gaststätte finden, sei bereits die Idee, einen Teil der Immobilie als barrierefreien Wohnraum herzurichten, laut geworden. Doch das sei noch Zukunftsmusik. Das Gebäude soll Eigentum der Stadt bleiben, "ein Verkauf ist nicht geplant", hatte Ortsbürgermeister Gero Herbst auf der Sitzung betont und darauf hingewiesen, dass während der Bauphase eine Saalnutzung nicht möglich sei.

Im kleinen Gemeindesaal soll laut Bauplanung eine zusätzliche Tür eingebaut werden, die im Brandfall als zweiter Rettungsweg dient. Hierfür müsse mit dem nächsten Bauabschnitt auch eine Brandschutztreppe montiert werden. Im Gebäudeinneren sollen die Elektrik sowie die Heizungsanlage in den nächsten fünf Jahren saniert werden. Seit nunmehr zwei Jahren stehen das Lokal, der Laden sowie die Wohnung im ersten Obergeschoss leer. Geöffnet haben hier noch ein Friseur sowie der Praxisraum für die Arzt-Sprechstunde.

Gefördert wird das Anfang des Monats gestartete Bauvorhaben vom Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) als Leaderprojekt. Feuchte Räume, bröckelnde Fassade und undichte Fenster erfordern eine Investition von rund 290000 Euro. Nach der Dachneueindeckung vor knapp sechs Jahren hatte die Stadt seit 2010 immer wieder Folgeanträge gestellt. Anfang des Jahres wurden die Fördermittel in Höhe von 140000Euro bewilligt. Die restlichen Baukosten zur Erneuerung des ehemaligen Gasthofes, in dem beispielsweise der Ortsrat tagt, die ortsansässigen Vereine im Saal Sport- und Tanzkurse anbieten, stemmt die Stadt.

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