Giftiger Schlamm belastet außerplanmäßig den Haushalt der Verbandsgemeinde Obere Aller. Die Sedimente im leergepumpten Löschteich in der Völpker Bergmannssiedlung sind im Zuge einer Untersuchung als gefährlicher Abfall mit hohen Schadstoffwerten eingestuft worden.

Völpke l Mit maximal 40500Euro schlägt die Entsorgung der zirka 300 Kubikmeter Faulschlamms zu Buche. Das hat die Kostenschätzung der Gemeindeverwaltung ergeben. "Darin gehen wir vom übelsten Fall aus", erklärte Bürgermeister Frank Frenkel im Verbandsgemeinderat. "Wir lassen den Schlamm jetzt an der Böschung austrocknen, danach erfolgt eine weitere Schadstoffmessung, und gegebenenfalls ist der Gehalt dann soweit gesunken, dass er unter den Grenzwert für gefährlichen Abfall gesunken ist." Das würde die Entsorgungskosten wesentlich reduzieren, sie beliefen sich dann auf etwa 24000Euro. Mit der Gemeinde Völpke wurde eine Art Kostenteilung vereinbart, die sich so gestaltet, dass zwar die Verbandsgemeinde für die Entsorgung aufkommt, die Kommune im Gegenzug aber die neue Umfriedung des Löschteichs und die Schaffung weiterer Stellflächen für die Feuerwehr dort trägt - Kostenpunkt: rund 20000 Euro.

Der Verbandsgemeinderat hat dem Beschlussantrag zur überplanmäßigen Ausgabe zugestimmt. "Die Zeit hat auch etwas gedrängt", sagte Frenkel, "da jetzt schon vier Monate vergangen sind und es bis zur vollständigen Abtrocknung vermutlich nochmal so lange dauert." Faulschlamm und Sedimente müssen gemäß Vorschrift des Umweltamts "in stichfester Form" nach Thale transportiert werden. Dort gibt es eine Bodenwaschanlage, in der das schadstoffhaltige Material gefiltert wird.

Entdeckt wurde die Giftbelastung in der Schlammschicht, nachdem der Löschteich aufgrund der Straßenbauarbeiten in der Bergmannssiedlung im März leergepumpt wurde und ein ortsansässiger Landwirt Interesse an den Sedimenten bekundete, um sie aufs Feld zu bringen. "Das bedingte jedoch zunächst Laborproben, da wir dafür verantwortlich sind, dass kein belasteter Schlamm auf dem Acker verteilt wird", so Frenkel. Die Untersuchung ergab derartig hohe Schadstoffwerte, dass dem Ansinnen des Landwirts "unter keinen Umständen" entsprochen werden konnte und stattdessen die Sonderentsorgung des gefährlichen Abfalls auf den Weg gebracht werden musste.

Auf Nachfrage des Harbker Ratsabgeordneten Ralf Harensa (SPD), worin denn eigentlich die Ursache für den grenzüberschreitenden Giftstoffgehalt liege, gab Frenkel zur Antwort, dass die Belastung "vermutlich und aller Wahrscheinlichkeit nach" auf die Motorenfabrik zurückzuführen sei, die vor etlichen Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft zum Teich existierte. "Die Zusammensetzung der Schadstoffe deutet sehr darauf hin, es sind genau die Stoffe, die damals auch in dem Betrieb Verwendung fanden", so Frenkel.

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