Stemmern l In die Diskussion um die gerade in der Bevölkerung umstrittene Hähnchenmastanlage für 2,8 Millionen Tiere im Jahr, die die Agrar- und Milchhof GmbH Stemmern auf ihrem Grund und Boden bauen will, hat sich jetzt das FDP-Kreistagsmitglied Jens Ackermann aus Bottmersdorf eingeschaltet. Ackermann sieht sein politisches Einzugsgebiet in der Region Wanzleben und im Sülzetal.

"Ich finde es gut, dass investiert wird. Schließlich entstehen dadurch auch Arbeitsplätze", sagte Ackermann zur Volksstimme. Er nahm einen Gedanken von Landeslandwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens (CDU) auf, wonach Sachsen-Anhalt ein Land sei, das immer noch Fleisch importiere, um den Bedarf zu decken. Nach den Informationen von Ackermann würde jeder Sachsen-Anhalter im Jahr durchschnittlich eineinhalb Hähnchen essen. Deshalb sei die in Stemmern geplante Jahresproduktion von 2,8 Millionen Hähnchen bei einer Einwohnerzahl Sachsen-Anhalts von 2,1 Millionen durchaus berechtigt. Wie Ackermann sagte, würde er allein im Jahr durchschnittlich drei Hähnchen essen.

Gerade für die Einheitsgemeinde Sülzetal, die seit Jahren über keinen Haushaltsplan verfüge, sei es wichtig, dass investiert werde und dass dadurch mehr Steuern eingenommen würden. "Das sichert auch Arbeitsplätze, und die Baufirmen freuen sich über Aufträge", merkte Ackermann an. Jedoch müsse der Bauherr, die Agrar- und Milchhof GmbH Stemmern, darauf achten, dass durch das Entstehen der Anlage "der Bevölkerungsschutz gewahrt bleibt".

Gegen den Bau der Hähnchenmastanlage regt sich in der Bevölkerung Widerstand. An der Spitze steht die Bürgerinitiative "Sauberes Sülzetal". Das Genehmigungsverfahren für den Bau der Mastanlage läuft zurzeit beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle. Nach Informationen der Bürgerinitiative sind mehr als 1000 Einwendungen gegen den Bau beim Amt eingegangen. Diese werden am 12. August bei einem Eröterungstermin in Eggersdorf diskutiert.