Birgit Wasserthal (CDU) steht als Ortsbürgermeisterin für fünf Jahre an der Spitze des Osterweddinger Rates. Bei der Verbesserung von Ordnung und Sauberkeit im Dorf setzt sie auch auf das ehrenamtliche Engagement von Bürgern und Vereinen.

Osterweddingen l Der Osterweddinger Edmund Bjick nutzte als erster Einwohner dieses Sülzetal-Ortsteils die Gelegenheit, um mit Birgit Wasserthal (CDU) zu sprechen. Die Kommunalpolitikerin hatte nach ihrer Wahl in den Gemeinderat Sülzetal und in den Ortschaftsrat Osterweddingen sowie zur Ortsbürgermeisterin zu ihrer ersten Bürgersprechstunde in ihr Büro in der Alten Kirchstraße eingeladen. Fünf Jahre lang steht jetzt Birgit Wasserthal als Ortsbürgermeisterin an der Spitze des Rates.

Rentner Edmund Bjick trug der neuen Ortsbürgermeisterin ein ganz konkretes Problem vor. Ihm ging es um die fehlende Sauberkeit auf dem Friedhof, der sich am Ortseingang aus Richtung Sülldorf erstreckt. "Die Pflege des Friedhofs ist eine einzige Katastrophe", sagte der 82-Jährige. Es gebe auf dem Friedhof etliche Dreck- ecken und ungepflegte Bereiche. Er selbst habe bereits den Rasen gemäht, könne in seinem hohen Alter jedoch nicht alle Mängel beseitigen. "Man kann keine Verwandten mit auf den Friedhof nehmen, um Gräber von Angehörigen zu besuchen", bemängelte der Senior in der Sprechstunde bei der Ortsbürgermeisterin. Auch sei dem Osterweddinger die kaputte Friedhofsmauer ein Dorn im Auge. Vor etwa zwei Jahren zerstörte ein Lkw bei einem Unfall einen nicht unerheblichen Teil der Mauer. Seit dem klafft eine große Lücke in der Mauer, die nur von Bauzäunen und blauen Planen notdürftig verdeckt wird.

"Wir sind als Ortschaftsrat angetreten, um etwas für Osterweddingen zu erreichen", sagte Birgit Wasserthal. Ihrer Einschätzung nach würden die zwei Mitarbeiter des gemeindeeigenen Betriebshofes nicht ausreichen, um das große Areal des Friedhofs vernünftig pflegen zu können. "Wir brauchen mindestens vier Mitarbeiter", schätzte sie ein. In der Gemeindeverwaltung des Sülzetals wolle sich die Ortsbürgermeisterin dafür einsetzen, dass sich der Zustand auf dem Osterweddinger Friedhof in absehbarer Zeit zum Besseren wende.

Mit Birgit Wasserthal an der Spitze machte sich unlängst der gesamte Ortschaftsrat bei einem Rundgang durch Osterweddingen ein Bild von der aktuellen Lage im Dorf. Auch die Mitglieder des Rates erkoren den Friedhof als einen Punkt im Dorf aus, dessen Zustand schnell verbessert werden müsse.

Im Fall der kaputten Friedhofsmauer hatte Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner (SPD) noch vor seinem Urlaub eine Reparatur in Aussicht gestellt. Diese sei bislang am fehlenden Geld gescheitert. Die Gemeinde verfügt noch über keinen Haushaltsplan für dieses Jahr, der nach dem Sommer beschlossen werden soll. Um Geld für die Reparatur der Friedhofsmauer aufzutreiben, sammelte Methner Spenden. Bislang seien nach seinen Worten etwa 10000 Euro zusammengekommen. "Nach der Sommerpause wollen wir die Reparatur der Friedhofsmauer in Angriff nehmen", kündigte Methner an. Ob das Spendengeld dafür ausreichen werde und wie umfangreich die Reparaturarbeiten ausfallen würden, könne der Sülzetal-Bürgermeister noch nicht einschätzen.

"Die Zusammenarbeit unserer Vereine ist für ein funktionierendes Dorfleben ganz wichtig", schätzte Osterweddingens Ortsbürgermeisterin Birgit Wasserthal zu Beginn ihrer Amtsperiode gegenüber der Volksstimme ein. Genauso wichtig sei es, in Osterweddingen Grundschule, Kindertagesstätte, Hort und Arztpraxis für die Bürger zu erhalten. Da immer mehr junge Familien in die Ortschaft ziehen würden, brauche der Hort beispielsweise zwei neue Räume. 44 Kinder würden nach dem Sommer als Abc-Schützen an der Grundschule ihren Bildungsweg beginnen. Der Erhalt der Grundschule stehe ganz oben auf der Agenda von Ortschaftsrat und Bürgermeisterin Wasserthal. "Ohne Schule stirbt das Dorf", sagte sie. Im Sülzetal ist noch nicht entschieden, welche der Grundschulen in Osterweddingen, Langenweddingen und Altenweddingen für die Zukunft erhalten bleiben.

Wie Birgit Wasserthal ankündigte, setze sie bei der Verbesserung der Sauberkeit und Ordnung im Ort neben der Arbeit der festangestellten Gemeindearbeiter ebenso auf das ehrenamtliche Engagement der Einwohner und der Vereine. Der Ortschaftsrat selbst wolle bei einem Subbotnik mit gutem Beispiel vorangehen und Dreckecken beseitigen. Feuerwehrleute machten es bereits vor und haben mit dem Säubern der Fassade des alten Gerätehauses an der Alten Kirchstraße begonnen.

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