Das Sommerfest der Ausleber Feuerwehr wurde am vergangenen Wochenende genutzt, um ein neues Tanklöschfahrzeug in den Dienst zu stellen. Das alte Fahrzeug hat sich nach 40 Jahren in den Ruhestand verabschiedet.

Ausleben l Besser hätten die äußeren Umstände für die offizielle Inbetriebnahme des Tanklöschfahrzeugs (TLF)mit Sonnenschein und tropischen Temperaturen gar nicht sein können. Ortswehrleiter Clemens Köhler konnte eine große Besucherschar begrüßen: CDU-Landtagsabgeordnete Gabriele Brakebusch, Landrat Hans Walker (CDU), Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker sowie Kreisbrandmeister Kai Pluntke, Abschnittsleiter Ralf Lange, den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Ulf Nohr, Vertreter der Fördervereine der Gemeindefeuerwehr Ausleben sowie der Kindertagesstätte "Schloss Trautenburg" und befreundete Feuerwehren nicht nur aus der Verbandsgemeinde. Zu den Besuchern gehörten auch Gemeinderäte und Vertreter der örtlichen Vereine und interessierte Anwohner.

Hinter Clemens Köhlers Rednerpult stand das neue Fahrzeug und war mit einer Girlande festlich geschmückt. "Es ist schön, dass wir es haben, entscheidend ist jedoch, was wir daraus machen," so Köhler. Als er und sein Stellvertreter Mike Schannor vor mehr als sieben Jahren die Leitung der Wehr übernahmen, sah der Fuhrpark der Feuerwehr noch anders aus. "Das damals jüngste Fahrzeug ist nun unser ältestes. Unser altes Tanklöschfahrzeug hat sich nach 40 Jahren den Ruhestand redlich verdient. Auch wenn es in den letzten Jahren öfter mal ,krank` war, war es doch in den entscheidenden Momenten fit und einsatzbereit."

"Jetzt haben wir ein qualitativ hochwertiges und geländegängiges Tanklöschfahrzeug und sind damit auch auf größere Schadensereignisse vorbereitet."

Clemens Köhler

Mit diesen Worten erinnerte der Wehrleiter noch einmal an einige Einsätze, die den Kameradinnen und Kameraden im Gedächtnis geblieben sind.

"Jetzt haben wir ein qualitativ hochwertiges und geländegängiges Tanklöschfahrzeug und sind damit auch auf größere Schadensereignisse vorbereitet", schätzt der Wehrleiter ein.

Er nannte auch einige Eckdaten des Fahrzeuges, die die Gäste beeindruckten. Das Fahrzeug hat 4000 Liter Löschwasser an Bord und der Dachmonitor kann eine Wurfweite von 80 Metern mit 1200 Litern pro Minute erzielen. "Damit haben wir einen taktischen Vorteil in der Brandbekämpfung", so Köhler. Sowohl der Dachmonitor als auch die Bodendüsen können während der Fahrt eingesetzt werden.

Nach dem Wehrleiter ergriff die Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker das Wort. "Dieser Tag könnte auch unter dem Motto stehen: `Was lange währt, wird gut", so Ines Becker.

Nach einer Risikoanalyse in der Verbandsgemeinde sei der Bedarf festgestellt und nachdem so manche formelle Hürde genommen war, sei das Tanklöschfahrzeug bestellt worden. Bei der Anschaffung half die finanzielle Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt. Den Förderbescheid überbrachte seinerzeit Innenminister Holger Stahlknecht persönlich den Auslebern. Am 30. September 2013 sollte dann die Lieferung des Fahrzeugs erfolgen. Doch fast ein Jahr sollte noch ins Land gehen. "Nach diesen Verzögerungen freue ich mich besonders, das TLF endlich in Betrieb zu nehmen", so die Verbandsgemeindebürgermeisterin. Sie dankte insbesondere den Kameraden, die bei der Bestellung des technisch anspruchsvollen Fahrzeugs der Verwaltung mit fachkundigem Rat zur Seite standen.

"Machen Sie aus dieser leblosen Technik mit ihrem Engagement und Können etwas, das Leben rettet."

Ines Becker

Jetzt beginne in der Ortsfeuerwehr die intensive Arbeit, müssen sich die Kameraden mit diesem hochmodernen Fahrzeug vertraut machen. "Machen Sie aus dieser leblosen Technik mit ihrem Engagement und Können etwas, das Leben rettet", rief Ines Becker den Kameraden zu.

"Jetzt heißt es üben, üben und nochmals üben. Doch ich weiß, Sie stellen sich gern dieser Aufgabe. Kommen Sie immer gesund von Ihren Einsätzen zurück."

Damit übergab sie den symbolischen Zündschlüssel für das neue TLF an Clemens Köhler. Bevor mit einem Gläschen Sekt angestoßen werden konnte, ergriffen noch der Landrat Hans Walter, Kreisbrandmeister Kai Pluntke und Ulf Nohr das Wort. Sie gratulierten den Auslebern zu ihrem neuen Fahrzeug und wünschten ihnen, dass es zu möglichst wenig Einsätzen ausrücken muss.

Kerstin Busse und Kathrin Schannor vom Förderverein der Kindertagesstätte "Schloss Trautenburg" überreichten dem Wehrleiter das erste offizielle Foto des neuen TLF.

In Ausleben werden aber auch die nicht vergessen, denen es nicht so gut geht. So engagieren sich die Kameradinnen und Kameraden für den Verein "Paulinchen e.V.", der brandverletzte Kinder unterstützt. Vom Förderverein der Kita gab es eine Finanzspritze zur Unterstützung dieses Vereins.

Endlich war es soweit: Das neue Schmuckstück konnte aus der Nähe betrachtet werden. Dabei zeigte sich schnell, dass die Ausleber Kameraden die Tage seit dem Eintreffen des Fahrzeugs bereits genutzt haben, um sich mit der Technik vertraut zu machen. Sachkundig erläuterten sie die Besonderheiten des neuen TLF. So mancher ergriff die Gelegenheit und nahm schon mal hinter dem Lenkrad Platz.

Schließlich konnte auch das Sommerfest beginnen. In der Hüpfburg tobten ausgelassen die Jüngsten, während sich die Erwachsenen bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen sowie kühlen Getränken zusammensetzten und den Sommertag genossen. Zum Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr gehören natürlich auch kleine Wettkämpfe. Beim Stiefelweitwurf oder am "heißen Draht" konnten Treffsicherheit und eine ruhige Hand getestet werden.

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