Noch sind die Räumlichkeiten der alten Fleischerei im Kulturhaus "Neue Heimat" in Harbke verwaist, aber nach einem Ratsbeschluss gibt es nun Hoffnung auf neues Leben hier. Eine Arztpraxis soll hier zukünftig eingerichtet werden.

Harbke l In ihrer jüngsten Sitzung haben die Mitglieder des Harbker Gemeinderates bei einer Enthaltung beschlossen, dass die Gemeinde die Einrichtung einer Arztpraxis in Räumen des Kulturhauses unterstützen soll. Zu den Hintergründen erklärt Harbkes Bürgermeister Werner Müller, dass seit einigen Jahren die Allgemeinmedizinerin Dr. Ulrike Hiebsch ihre Sprechstunden im gemeindeeigenen Gebäude in der Goethestraße 10 durchführt. Die Praxisräume dort entsprechen nicht den modernen Ansprüchen und sind nur über eine Treppe erreichbar. "Die Gemeinde hat nach Lösungen gesucht, um die Arztpraxis zukunftsfähig einzurichten", sagt der Bürgermeister und denkt auch an die Zeit, wenn einmal ein Nachfolger die heutigen Patienten von Dr. Ulrike Hiebsch betreut.

Wohnungsgenossenschaft setzt Idee in die Praxis um

Eigene Objekte der Gemeinde, die geeignet waren, um die Ideen umzusetzen, fanden sich nicht. Dennoch war das Thema immer wieder im Gespräch und so fand sich letztlich mit der Wohnungsgenossenschaft ein Partner. Die wird, wie Werner Müller erklärt, die derzeitig leerstehenden Räumlichkeiten, in den einst Fleisch und Wurst angeboten wurden, umfunktionieren und ausbauen. Ein einmaliger Zuschuss für die Innenausstattung soll von der Gemeinde kommen. "Ziel ist es, langfristig eine Arztpraxis nach modernem Standard im Ort zu haben", fasst der Bürgermeister zusammen. Die Räume sollen ohne Barrieren erreichbar sein, ein komfortables Wartezimmer soll das Zentrum bilden.

Werner Müller sieht in der für das erste Halbjahr des kommenden Jahres geplanten Maßnahme einen weiteren Beitrag zum Erhalt des Kulturhauses, das unter Denkmalschutz steht. "Man hat dann hier viele medizinische Angebote an einem zentralen Ort und der Ortskern lebt", nennt er weitere Vorteile der Entscheidung für die Arztpraxis im Kulturhaus. Bereits zum Anfang des Jahres sollen andere Räumlichkeiten des gleichen Gebäudes durch den Einzug eines Friseurgeschäftes belebt werden.

Zurzeit wird auch in der oberen Etage des Kulturhauses "Neue Heimat" gewerkelt. Die Wohnungsgenossenschaft richtet hier zehn altersgerechte Wohnungen ein.