In der Neuen Straße in Großalsleben sind die Fußwege alles andere als neu. Im Gegenteil, ihr Zustand wird immer wieder kritisiert. Eine wirkliche Lösung des Problems kann nur der grundhafte Ausbau der Straße sein.

Großalsleben l Die Probleme, die Stadtrat Dr. Raimo Modler jüngst in Gröningen während der Stadtratssitzung vorbrachte, sind alte Hüte. Er sprach vor allem die desolaten Fußwege an. Davon gäbe es in seinem Heimatort Großalsleben gleich mehrere. Betroffen sei aber vor allem die Neue Straße. Die Straße, die als direkte Verbindung von der Landesstraße L 24 aus Gröningen kommend nach Hadmersleben und umgekehrt führt, ist von der Klassifizierung her ebenso eine Landesstraße, die L 80. Diese wird von zahlreichen Lkw genutzt. Mit der Enge der Straße kommt es im Begegnungsverkehr der Lkw immer wieder dazu, dass die großen Fahrzeuge auf die Fußwege ausweichen und die Borde überfahren.

Entsprechend haben Wege wie Borde Schaden genommen. Die Gehwegplatten sind locker, die Bordsteinkanten herunter gefahren. In der Neuen Straße ist an einer Stelle bereits eine Warnbake aufgestellt, um auf eine Gefahrensituation hinzuweisen. Nur wenige Meter weiter ragt eine Gehwegplatte spitz nach oben. "Da müssen wir noch mal schauen", meint Ines Philipp, Leiterin des Bauamtes der Gemeinde Westliche Börde. Dieses aktuelle Problem kannte sie noch nicht. Ansonsten ist gerade die Situation der Fußwege in der Neuen Straße für die Bauverwaltung nicht neu.

Immer wieder wurde in der Vergangenheit notdürftig repariert. Aber für derartige Reparaturen habe die Gemeinde je nach Haushaltslage nur ein bestimmtes Budget, das für alle Mitgliedsgemeinden der Westlichen Börde reichen müsse.

Schritt für Schritt, möglicherweise in der Neuen Straße den Fußweg zu erneuern und nicht nur notdürftig zu reparieren, würde nichts bringen. "Selbst wenn wir in dieser Straße den Fußweg abschnittsweise erneuern, bringt dies so lange nichts, wie sich am Zustand der Straße nichts ändert. Die Lkw würden gleich wieder alles kaputt fahren. Das eigentliche Problem ist die Straße. So lange hier kein grundhafter Ausbau erfolgt ist, können wir keine endgültige Lösung für die Fußwege erreichen", so Ines Philipp.

Wie sie weiter berichtet, habe es in der Vergangenheit in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Bemühungen gegeben, das Problem der Neuen Straße beispielsweise mit einer Einbahnstraßenregelung zu lösen. Doch die Führung der Lkw von der L 24 über den Grudenberg wieder zur L 80 ist vom Straßenverlauf her mit zahlreichen Kurven für Lkw schwer zu befahren. Zudem sei der Zustand des Grudenberges ebenfalls problematisch und daher für die Einbahnstraßenregelung nicht geeignet.

Weiter berichtet Ines Philipp, dass es in jüngster Vergangenheit wieder Gespräche mit dem LSBB gegeben habe. Überhaupt sei man mit der Behörde in Sachen Neuer Straße schon seit Jahren in Kontakt. Laut jüngsten Informationen wolle die LSBB - sowie die L 24 in Gröningen (Prälatenberg) fertig ausgebaut ist - die L 80 in Großalsleben angehen. Demnächst wolle die Gemeinde Westliche Börde und mit der LSBB ihre Planungen abstimmen.

Die Winter-Frost-Perioden haben der Neuen Straße zusätzlich arg zugesetzt und den Zustand weiter verschlimmert. Nach Regenfällen stehen die Pfützen in der Straße und wenn dann die Lkw durchrauschen, werden auch die Häuserfassaden in Mitleidenschaft gezogen. Mit einem grundhaften Ausbau der Neuen Straße müssten vorallem auch die Probleme mit dem Oberflächenwasser gelöst und ein Regenwasserkanal eingebaut werden.

Dr. Raimo Modler hatte in der Stadtratssitzung auf eine abgesackte Bordsteinkante an der Bushaltestelle Grudenberg aufmerksam gemacht. Das Probleme wolle sich die Verwaltung anschauen.

"Das Problem ist komplexer, als es aussieht. Nur einfach den Bordstein wieder gerade rücken, hilft nicht, hier müssen wir eine andere Lösung finden", so Ines Philipp.

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