120 Traktoren und Zugmaschinen waren beim 9. Schleppertreffen am Sonntag in Altbrandsleben zu bestaunen. Hunderte Schaulustige aus der gesamten Region ließen es sich trotz des wechselhaften Wetters nicht nehmen, den historischen Maschinen einen Besuch abzustatten.

Altbrandsleben l Es knattert, böllert und tuckert auf dem Sportplatz in Altbrandsleben. Rund 120 historische Traktoren und Zugmaschinen sowie deren Besitzer haben es in den Oschersleber Ortsteil geschafft, um sich den Besuchern zu präsentieren.

"Ein Exot unter den Schleppern ist heute ganz bestimmt der Lanz Bulldog aus Argentinien", sagt Herbert Wilke. Er ist nicht nur der Ortsbürgermeister von Altbrandsleben. Als Vereinsvorsitzender der Schlepperfreunde, die die Veranstaltung seit Monaten vorbereiten, hält er die Fäden in der Hand und weiß viel über die alten Zugmaschinen zu erzählen. Er selbst stehe auf Traktoren der Marke Kramer. "Wir selbst besitzen fünf davon. Das Werk in Überlingen am Bodensee gibt es zwar noch. Doch Schlepper werden hier seit Anfang der 1970er Jahre nicht mehr hergestellt", weiß Wilke zu berichten.

Sein Verein hat sich im Jahr 2004 gegründet. "Damals mit nur vier Mitgliedern, heute sind es zwölf", sagt der Vorsitzende. Ein ähnliches Treffen in Detzel bei Haldensleben vor neun Jahren habe die Traktorenliebhaber auf die Idee gebracht, es selbst einmal mit einer solchen Veranstaltung zu probieren.

Mittlerweile habe sich das Treffen in Altbrandsleben zu einem festen Termin etabliert. "Von Anfang an erfuhren wir Unterstützung von Fritz Giesel aus Seehausen. Der ist ein echtes Urgestein der Branche", zeigt sich Wilke dankbar. Doch nicht nur Fritz Giesel gegenüber. So sei der Brauchtumsverein des Ortes stets an der Seite der Schlepperfeunde und kümmere sich um die Versorgung der Gäste. Es gibt nicht nur Leckeres vom Grill. Standesgemäß wird auch Kulinarisches aus der Gulaschkanone serviert.

Während des Rundgangs über den Platz stechen mehrere Schlepper sofort ins Auge. Einer von ihnen ist ein alter Deutz mit Rost und alter Patina. Er steht neben dem wohl ältesten Traktor dieses Treffens, ebenfalls einem Deutz, Baujahr 1954. "Doch dieser hier ist Baujahr 1956 und ein echter Scheunenfund", erklärt Robert Drosihn. Er und sein Vater hätten ihn eingetauscht. Das Besondere: Bei dem Traktor handele sich um einen der ersten aus der Baureihe 612. Er soll demnächst behutsam restauriert werden. "Doch von seinem alten Charme wird er nichts verlieren", verspricht der Schlepperfreund.

Wenig später kommt Peter Derzbach auf das Gelände geknattert. Er lenkt einen alten Ursus, einen polnischen Lizenzbau eines deutschen Lanz Bulldog aus dem Jahre 1963. Der ist vielleicht nichts Besonderes. Auffällig aber ist der extra angebrachte Sitz für seine Jack-Russel-Hündin Amy. "Die ist immer dabei", erklärt der Schlepper-Fan.

Doch nicht nur alte Traktoren erfreuen die Besucher in Altbrandsleben. Zu bestaunen sind auch alte Lkw, wie beispielsweise der restaurierte S4000 von Wilhelm Kruse aus Hornhausen. Außerdem sind alte Militärfahrzeuge zu sehen sowie Motortorräder, Trabis und Wartburgs. Somit ist beim Schlepperterffen wohl für jeden etwas dabei.

   

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