Mit einem Funkstreifenwagen ist am Dienstag der oberste Wasserschützer Eckhard Kiel (59) in Domersleben von zu Hause abgeholt worden. Der Grund: Seine Verabschiedungsfeier an Bord der MS Sachsen-Anhalt. Innenminister Holger Stahlknecht dankte ihm für den jahrelangen Dienst auf der Elbe.

Domersleben l Die Domersleber dürfte es freuen zu hören: Ihr "Ecki" hat nun mehr Zeit für den Domersleber Carnevals Club (DCC). Auch für seine Rolle als Rauschebart bei der Weihnachtsfeier seiner Heimatgemeinde dürfte er nun bis zum Sanktnimmerleinstag ausgebucht sein. Dort beschert er unzähligen Kindern alljährlich mit seiner Nachbarin Christine Zeugner, die ebenfalls DCC-Mitglied ist und an seiner Seite traditionell im Weihnachtsengel-Kostüm erscheint, mit einem Jutesack voll Naschwerk süße Weihnachten im Schafstall.

Eine ganz besondere Bescherung wartete am Dienstag auf den fast 60-Jährigen auf dem Fahrgastschiff "Sachsen-Anhalt", auf der er feierlich in den Ruhestand verabschiedet wurde.

"Ich wusste insbesondere Ihre umtriebige Art zu schätzen."

Polizeipräsident Andreas Schomaker

Standesgemäß hatten ihn seine Kollegen mit einem Funkstreifenwagen von zu Hause zur offiziellen Verabschiedung abgeholt. In Magdeburg angekommen, erwarteten ihn bereits die Uniformiertren mit einem Spalier auf der Gangway und an Bord die hochrangigen Polizeibeamten, Vertreter der Wasser- und Schifffahrtsbehörden sowie treue Weggefährten.

Innenminister Holger Stahlknecht , der ihm für die Zukunft alles Gute wünschte, betonte, dass Polizeidirektor Kiel "mit seiner souveränen und kameradschaftlichen Art die Leute begeistert und Bande geknüpft hat."

Polizeipräsident Andreas Schomaker dankte seinem bisherigen Wasserschutzpolizeichef mit den Worten: "Ich wusste insbesondere ihre umtriebige und direkte Art zu schätzen, mit der Sie sich stets für die Belange der Wasserschutzpolizei eingesetzt haben. Es ist Ihnen zu verdanken, dass sich diese Organisationseinheit so funktionsfähig präsentieren kann, wie sie es heute tut." Mit seinem 60. Geburtstag, den der Domersleber im nächsten Monat feiert, beendet er seine Polizeikarriere nach mehr als 36 Jahren.

Begonnen hatte er diese im Mai 1978 als Schutzpolizist im damaligen Volkspolizeikreisamt Rostock. Nach seinem Hochschulstudium wechselte er 1985 an die ehemalige Bezirksbehörde der Volkspolizei in Magdeburg.

"Ich werde die neue Freizeit auch dazu nutzen, die Meere zu bereisen."

Polizeidirektor Eckhard Kiel

1991 übernahm der gebürtige Haldensleber dann die Leitung der Wasserschutzpolizei in Sachsen-Anhalt, die er bis zum heutigen Tage ausübte. Mit 23 Dienstjahren als Leiter im Amt geht nunmehr der bundesweit dienstälteste Leiter einer Wasserschutzpolizei in der Bundesrepublik in den Ruhestand. Der Polizeidirektor aus Domersleben will sich nach seiner Pensionierung zum einen verstärkt um Haus, Hof und Garten kümmern. Zum anderen sagt er: "Ich werde die neue Freizeit auch dazu nutzen, die Meere zu bereisen."

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