Die Clubgänger des DRK-Kinder- und Jugendzentrum in Eilsleben (KJZ) haben mal wieder zu den Farbsprühdosen gegriffen und sich künstlerisch betätigt. Verziert wurden die eigenen Wände im Jugendclub Thälmannstraße sowie die restlichen Mauerstücke am Freibad. Freilich ganz legal und ordnungsgemäß.

Eilsleben l Stolze zwei Monate haben die Jugendlichen mit dem ambitionierten Projekt zugebracht, dabei auch viel Zeit und Geduld investiert. Denn bis es in die Vollen ging und die leuchtenden Farben kunstvoll auf die Wände gebracht wurden, dauerte es. Am Anfang standen Belehrungen, gefolgt von Ideensammlung und Skizzen sowie von Übungseinheiten auf weniger beständigem und öffentlich sichtbarem Untergrund.

"Alle haben wunderbar mitgezogen, das war echt spitzenmäßig", lobte KJZ-Leiterin Simone Brandes ihre Schützlinge. "Unser Graffitiprojekt 2014 mit dem Namen `Aktion Mensch` fand wöchentlich immer montags statt und hat den Teilnehmern einiges an Aufmerksamkeit, Ausdauer und Handfertigkeit abverlangt." Mentor bei alldem war Justin Kuthe, der den Kids und Teens in organisatorischer und künstlerischer Hinsicht zur Seite stand und ihnen alles Wichtige und Wissenswerte im Umgang mit den Spraydosen nahebrachte. Dazu gehörte auch der aufklärende Hinweis auf mögliche Gefahren und Bestrafungen für Graffitikunst jenseits erlaubter Grenzen.

Gemeinsam wurden diverse Motive und Schriftzüge mit Buntstiften zu Papier gebracht - sozusagen als Arbeitsgrundlage. "Auf Fragen zu Farbgestaltung und Proportionen ging Justin sehr intensiv ein und erklärte alles genau, denn das sind ganz wichtige Punkte für das spätere Kunstwerk", berichtet Simone Brandes. Und schon wenig später gab es das Werkzeug in die Hand, wurde den Sprayern das Gefühl fürs Graffiti vermittelt. Auch hierbei war Ordnung oberstes Gebot: Nicht ohne Schutzkleidung und Mundschutz.

Auf Holzfaserplatten ließ ein jeder seine eigenen Ideen Farbe und Gestalt werden. "Es war nicht zu leugnen, dass alle einen Heidenspaß daran hatten und sich doch völlig auf ihre Bilder konzentrierten", hatte Simone Brandes perplex beobachtet.

So vorbereitet konnte die wahre Umsetzung aller Ideen gar nicht mehr schiefgehen, und so ging es an der bis dato noch immer recht tristen Freibadmauer ans Werk. Ein paar Motive waren hier schon im Vorjahr aufgesprüht worden, doch nun sollte ein komplettes Gesamtkunstwerk geschaffen werden. "Alle waren mit Begeisterung dabei und trotzdem anfangs ziemlich nervös und entsprechend vorsichtig", so Brandes. Und mit der Zeit stellte sich Sicherheit ein, der Plan ging auf. "Hinzu kam, dass viele Einwohner und Vorbeigehende großes Lob verteilten, sogar ganz oft von der älteren Generation", freut sich Brandes über den erfahrenen Zuspruch. "Das bestärkte die Jugendlichen natürlich, und nachdem der Schriftzug fertiggestellt war, wurden im Gespräch mit den Passanten sogar Vorschläge für noch weitere Bilder eingeholt." So gesellten sich beispielsweise ein Neptun und schmetternde Beachvolleyballer zum bunten Breitbild hinzu.

Für die Sprayer war das Projekt damit nicht beendet, es stand noch die Verschönerung der Clubräume auf der Liste. "Hier im Kinder- und Jugendzentrum sollten ebenfalls viele Ideen umgesetzt werden und wurden daher auf verschiedene Räume und auf den Flur verteilt", erklärt Brandes. Noch einmal gut einen Monat nahmen diese Arbeiten in Anspruch - und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Vom schrillen Treppenläufer bis zur karibischen Faulenzerpalme sind wahre Hingucker entstanden, die sich thematisch auch an den jeweiligen Raum lehnen.

Bei der Schlussauswertung des Graffitiprojekts blieb den Verantwortlichen somit nur, viel Dank und Lob auszusprechen. "Alle gemeinsam haben wir die Aktion als gelungen bewertet, so auch die Eilsleber, die alles live bestaunen können", meint Simone Brandes.

   

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