Sülzetal-Gemeindewehrleiter Marco Dahlke hat einen Aufruf zur Nachwuchsgewinnung gestartet. Die Feuerwehren suchen nach Menschen, die sich zum Wohl der Allgemeinheit einsetzen.

Osterweddingen l "Die Urlaubszeit macht es deutlich, wir brauchen Leute, um weiter unsere Aufgaben erfüllen zu können", startete Sülzetal-Gemeindewehrleiter Marco Dahlke seinen Aufruf zu Nachwuchsgewinnung. Gesucht werden nach Dahlkes Angaben Frauen und Männer, die in Osterweddingen wohnen, und zwischen 17 und 55 Jahre alt sind. Sie sollten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung suchen und bereit sein, gern anderen Menschen zu helfen.

Wie Dahlke berichtete, verfügte die Feuerwehr Osterweddingen zum Ende des Jahres 2013 über 53 Mitglieder und zehn Kameraden in der Jugendfeuerwehr. Angesichts dieser Zahl könne die Wehr mit ihrer Mitgliederzahl zufrieden sein. "Doch der Schein trügt", zeigte Dahlke auf. Von 53 Kameraden würden 21 Mitglied in der Alters- und Ehrenabteilung sein und nicht für den aktiven Einsatzdienst zur Verfügung stehen. Auch sei es einigen Kameraden wegen ihrer Arbeit nicht möglich, die vom Gesetzgeber geforderten Ausbildungsstunden zu leisten, um "ins Feuer gehen" zu dürfen. Zurzeit verfüge die Feuerwehr Osterweddingen über 32 Frauen und Männer, die rund um die Uhr für Einsätze bereit seien. "Da wir in der Gemeinde Sülzetal über eine funktionierende Struktur verfügen und die Ausbildung aller Wehren aufeinander abgestimmt sind, können wir jedem Einsatz gelassen entgegen sehen", verdeutlicht Dahlke.

"Wir hatten jedoch Glück, es war ein Fehlalarm"

Gemeindewehrleiter Marco Dahlke

Dennoch ist die Osterweddinger Feuerwehr auf der Suche nach Nachwuchs. Grund für den Aufruf "Mitglieder gesucht!" war ein Einsatz, bei dem einige Fakten zusammen liefen. "Urlaubszeit, Krankheit, ein Teil der Truppe war auf dem Weg zur Arbeit und der andere Teil der Truppe war noch nicht wieder zurück. Also ein absolut ungünstiger Zeitpunkt für einen Alarm", verdeutlichte Dahlke. Aber ein Ereignis frage nicht nach dem günstigsten Zeitpunkt und so sei es gekommen, dass nur ein paar Kameraden zum Einsatz raus fuhren. "Wir hatten jedoch Glück, es war ein Fehlalarm", sagte der Gemeindewehrleiter.

Schnell habe die Wehrleitung ihre Schlüsse aus diesem Einsatz gezogen und die Ausrückeordnung überarbeitet. "Wir sind der Meinung, dass bestimmt bei einigen Osterweddingern die Bereitschaft zur Mitarbeit in der Feuerwehr vorhanden ist", sagt Dahlke im Namen der Gemeindewehrleitung. Aber nicht nur in Osterweddingen seien noch Plätze frei, auch in den anderen Dörfern der Gemeinde Sülzetal stünden die Tore der Gerätehäuser weit offen für interessierte Mitbürger. Nach den Ferien rücke die Feuerwehr zudem an die Schulen aus, um die Kinder für eine Mitarbeit in den Jugendwehren zu begeistern.

Nach dem Brandschutzgesetz ist die Einheitsgemeinde Sülzetal verpflichtet, eine Feuerwehr dem Bedarf entsprechend vorzuhalten, auszurüsten und zu unterhalten. "Das Ordnungsamt unter dem Leiter Fred Fedder macht hier beispielhaft und zweifelsfrei einen super Job. Aber der Gemeinderat muss darüber nachdenken, wie die ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr für die Bürger und für die Arbeitgeber der Kameraden interessant gemacht werden kann", sagt Dahlke. Hier sei aber auch der Gesetzgeber gefragt. Denn die Durchführung eines Tages des Ehrenamtes möge das Gewissen beruhigen, aber zeitgemäß sei das allein nicht mehr.

Bei der Feuerwehr Osterweddingen und den weiteren Wehren des Sülzetals legen die Verantwortlichen ein großes Augenmerk auf die erforderliche Ausbildung der Einsatzkräfte. Im Bereich Funkausbildung stellt die Osterweddinger Wehr mit Frank Penndorf einen Kreisausbilder. Tina Krüger ist Frauensprecherin und Alex Herms ist zuständig für den Feuerwehrsport im Kreisfeuerwehrverband Börde. Erich Wasserthal wurde 2013 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes gewählt und ist hier für die Öffentlichkeitsarbeit und den Digitalfunk zuständig.

Die Wehr rückte im Jahr 2013 zu 34 Brandeinsätzen und 18 Hilfeleistungen aus. "Wobei wohl der gemeinsame Einsatz mit der Magdeburger Wache Süd bei einem sehr schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn 14 zu den Einsätzen gehört, die man nicht so schnell wieder vergisst", sagt Marco Dahlke. Auch die Flut 2013 habe gezeigt, dass auf die Kameraden der Feuerwehr Osterweddingen Verlass sei. Die Leute aus dem Sülzetal sicherten den Industriehafen in Magdeburg, füllten im Bereich Wolmirstedt Sandsäcke, um sie zum Schutz der Deiche zu verbauen. Zudem saßen Sülzetaler in der Technischen Einsatzleitung oder führten selbst Einsätze.

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