Kontakt: jan.pruesse@yahoo.de; Anmeldung und Ausleihe für den Audiowalk unter 05352/6253; Download auf www.grenzdenkmal.com

Offleben l Geschichte mal anders! "Das war der Leitgedanke dieses Studentenprojekts, das wir am 23. August der Öffentlichkeit vorstellen", sagt der Offleber Jan-Hendrik Prüße vom Grenzdenkmalverein. Mit seinen Kommilitonen Franziska Reichert, Philipp Skwierawski und Christian Mund an der TU Braunschweig hat Prüße den Audiowalk im Rahmen eines Seminars erarbeitet. Der Initiator erklärt: "Der Audiowalk ist einem Hörspiel ähnlich, welches mittels eines Smartphones oder eines MP3-Players abspielbar ist. Das Besondere daran ist: Für dieses Hörspiel gibt es eine authentische Kulisse, nämlich Offleben. Während der Hörer durch den Ort geht, kommen neben der Erzählerstimme viele Zeitzeugen zu Wort und berichten über hier Erlebtes und Erfahrenes."

Ab sofort sind die beiden Audiodateien - eine 20-minütige für den Hinweg und eine 16-minütige für den Rückweg - auf der Internetseite des Grenzdenkmalvereins abrufbar. "Der Audiowalk kann dort jetzt schon heruntergeladen werden, am Sonnabend dann wollen wir das Projekt näher beleuchten und die Gäste mit auf die Premierenbegehung nehmen", so Prüße.

Die Präsentation ab 10 Uhr in der Offleber Kirche sei zugleich Auftakt für eine dreiteilige Veranstaltungsreihe im Ort, die unter dem Motto "25 Jahre Grenzöffnung" stattfindet. In der Woche darauf wird an selber Stelle eine Ausstellung zum Thema Stasi eröffnet, den Abschluss bildet am 6. September ein Vortrag von Achim Walther, Heimatforscher und Vorsitzender des Grenzdenkmalvereins.

Zur Eröffnung des Audiowalks stehen Besuchern 20 MP3-Player zur Verfügung. "Nicht jeder ist privat mit so einem Gerät, einem Smartphone oder Tablet ausgerüstet", erläutert Jan-Hendrik Prüße, "daher werden die Player auch in der Folge auf vorherige Anmeldung hier im Pfarramt leihweise zur Verfügung gestellt." Außerdem könne der Audiowalk am Sonnabend als Film in der Kirche gesehen werden, was auch die Alternative zur Begehung im Falle von Regenwetter sei.

"Die Grenze trennte Offleben in der BRD von seinem Nachbardorf Hötensleben in der DDR. Heute ist das kaum noch vorstellbar, außer dem Kolonnenweg ist von dieser Grenzanlagen nichts mehr vorhanden. Doch die Menschen in Offleben haben die Grenze lange noch nicht vergessen", weiß Prüße. Im Audiowalk geben daher Zeitzeugen Erinnerungen wieder. Ihre Berichte bleiben unkommentiert und folgen keiner Chronologie.

Für das Erlebnis Audiowalk und den erfolgreichen Gang sei es wichtig, auf die Stimme des Erzählers und die eingespielten Schrittgeräusche zu achten. Vom Startpunkt am Pfarrhaus führt der Weg durch Offleben und endet schließlich am östlichen Ortsausgang. Verwirklicht wurde die Idee in einer Kooperation zwischen dem Grenzdenkmalverein Hötensleben, der evangelischen Kirchengemeinde Offleben und dem Historischen Seminar der TU Braunschweig. Im Namen des Studentenquartetts, das für Drehbuch und Umsetzung verantwortlich zeichnete, dankt Jan-Hendrik Prüße allen Beteiligten, "insbesondere natürlich den Zeitzeugen, die sich zu einem Interview bereiterklärt oder entsprechendes Material zur Verfügung gestellt haben, und ebenso Udo Hassler und Lena Malkus für ihre Bereitschaft, einige Zitate einzusprechen."