Gegen einen Teil des Vorhabens "Solarpark auf dem Fuchsberg" regt sich in Eilsleben nach der Bekanntmachung im Juli schon erster Widerstand. Moniert wird die Ausweitung der angedachten Flächen auch auf die ehemaligen Schlammteiche, weil dort ein kleines Biotop entstanden ist.

Eilsleben l Naturfreunde in Eilsleben sind entsetzt. "Eine ökologisch wertvolle, naturbelassene Fläche am Ortsrand soll einem Solarpark geopfert werden", zeigt sich Günter Wagener, Vorsitzender des Heimatvereins und ehrenamtlicher Denkmalpfleger sowie Naturschutzbeauftragter der Gemeinde, mit den Planungen in dieser Form nicht einverstanden.

Dass auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik ein Solarpark entstehen soll, hätten viele Eilsleber begrüßt, ist es doch ein Gelände ohne Nutzen. Und ob das Areal - wie zuvor angedacht - für den Wohnungsbau geeignet ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Dass in den Beschluss zur Änderung des derzeit gültigen Flächennutzungsplans jedoch auch das Gebiet der ehemaligen Schlammteiche der Zuckerfabrik aufgenommen wurde, hat nun Unverständnis geweckt. Nach Abschluss des Änderungsverfahrens wären somit auch die Flächen, am Weg zum Wasserturm gelegen, für die Errichtung von Solaranlagen freigegeben.

"Hier hat sich seit Jahren ein Biotop entwickelt, das Zufluchtsort und Lebensraum für Niederwild und zahlreiches Kleingetier gleichzeitig ist", merkt Wagener an und fragt: "Wo haben wir denn in unserer landwirtschaftlich geprägten Gegend so etwas noch?"

Ratsmitglied Torsten Eckert (Die Linke) aus Eilsleben bewertet das ganz ähnlich. "Darum habe ich auch gegen diesen Beschluss gestimmt, mit dem die Verwaltung der Oberen Aller in diesem Zusammenhang vom Verbandsgemeinderat mit der Änderung des Flächennutzungsplans beauftragt wurde", so Eckert. Das Votum am 16. Juli war eindeutig ausgefallen: 21 Ja- und lediglich zwei Neinstimmen. Zwei Räte hatten sich enthalten.

Damit wurde der Weg geebnet, um mehr als ein Dutzend Flurstücke des alten Fabrikgeländes inklusive der Schlammteich- und einiger Bahndammflächen in ein "Sondergebiet für Freiflächenphotovoltaikanlagen" umzuwandeln. Bislang ist hier ein Mischgebiet für die Nutzung von Wohn- und Geschäftshäusern sowie für Naturschutz und Landschaftsentwicklung ausgewiesen, was eine industrielle Bebauung nicht erlaubt.

Den Antrag auf Statusänderung hatte die Enerparc AG aus Leipzig, zugleich Vorhabenträgerin für den Solarpark, im Juni eingereicht. Zuständig für die Flächennutzungsplanung ist nicht Eilsleben selbst, sondern die Verbandsgemeinde Obere Aller. Ihr entstehen durch das Verfahren keine Kosten, sie würden komplett vom Solarunternehmen getragen, hieß es. Auch sollen die in Rede stehenden Flurstücke im Besitz der Gemeinde Eilsleben bleiben.

   

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