Mit gleich zwei außergewöhnlich-tierischen "Fundstücken der Woche" sucht das Wanzleber Ordnungsamt dringend die Besitzer. Nachdem Caren Kluth am Sonntag eine zirka 40 Zentimeter große Echse auf ihrem Grundstück in Klein Germers- leben entdeckt hatte, fing gestern ein Domersleber in Wanzleben ein freilaufendes, weißes Frettchen ein.

KleinGermersleben/Wanzleben l Ein ausgebüxtes weißes Frettchen ist gestern Nachmittag gegen 15.30 Uhr bei der Wanzleber Polizei abgegeben worden. Ein Domersleber hatte das freilaufende, zahme Tier in Wanzleben im Bucher Weg gesehen und mit einem leeren Farbeimer eingefangen. Die Polizei verständigte daraufhin Kai Pluntke vom Wanzleber Ordnungsamt. Der nahm das tierische Fundstück entgegen und setzte den Nager in eine komfortablere Katzenbox. "Der Besitzer kann sich bei uns im Rathaus melden. Das Tier bleibt noch bis Donnerstagvormittag bei uns in Wanzleben", erklärt er. Sollte sich bis dahin der rechtmäßige Eigentümer nicht gemeldet haben, wird das Frettchen in die Tierauffangstation nach Egeln gebracht.

Das erste exotische Fundstück der Woche hatte der Behörde Caren Kluth aus Klein Germersleben gemeldet. Auf ihrem Grundstück hatte sie am Sonntag eine australische, knapp 40 Zentimeter große Bartagame entdeckt. Auch der erfahrenen Tierfotografin gelang es den Exoten einzufangen. In einer Katzenbox transportierte sie die Echse nach Oschersleben zum Experten Andreas Dietel.

"Auch wenn es am Wochenende für Echsen-Verhältnisse draußen schon recht kalt war, geht es dem Tier gut. Bis zur Frostgrenze hätte es die Kälte überlebt", erklärt Dietel gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Seit Sonntag ist das Bartagamen-Männchen in seiner Obhut. "Er sitzt in einem warmen Terrarium unter UV-Licht und lässt sich seine Heuschrecken schmecken." Bei dem tierischen Klein Germersleber Fundstück, dessen genetische Wurzeln in Australien liegen, handele es sich ganz sicher um eine hiesige Nachzucht eines Bartagamen-Liebhabers, weiß er weiter zu berichten. "Denn vom fünften Kontinent dürfen Tiere weder exportiert noch importiert werden." Bartagamen können übrigens bis zu 50 Zentimeter groß werden, dabei entfallen auf den Schwanz die Hälfte bis zwei Drittel der Gesamtlänge.

Da die Bartagame an sich ein sehr standorttreues Tier sei, das bei den hiesigen Temperaturen keine großen Strecken zurücklegen würde, müsse der Besitzer aus der Region stammen, grenzt Andreas Dietel die Herkunft des Tieres ein. Dieser Hinweis könnte bei dem Aufruf, den Kai Pluntke vom Wanzleber Ordnungsamt gestern um die Suche nach dem Eigentümer über die Volksstimme mitgeteilt hat, hilfreich sein.

"Auch in diesem Fall kann sich der Besitzer bei uns unter 039209/447 57 melden", erklärt der Verwaltungsmitarbeiter. Solange wir nach dem Eigentümer suchen, bleibt das Tier in Oschersleben untergebracht."

Für Andreas Dietel in Oschersleben ist das exotische Fundtier übrigens kein Einzelfall. "In diesem Jahr ist das für mich bereits der vierte gemeldete Exoten-Fund", erklärt der Selbstständige, der schon im Oschersleber Schau-Aquarium für die Pflege der sensiblen Exoten zuständig war. "Hier hatten wir vor drei Jahren schon einmal eine ausgebüxte Bartagame aufgenommen, die damals in Uhrsleben gefunden worden war", erinnert er sich. Seit der Schließung des Schau-Aquarium hat er seinen "Börde-Zoo" in der Hornhäuserstraße 84. Und auch hier hat Dietel in diesem Jahr schon einer Rotwangenschmuckschildkröte, die unter Artenschutz steht und als Freigänger unterwegs war, Unterschlupf gewährt. "Um die Vermittlung hat sich dann die zuständige Behörde des Landkreises gekümmert", berichtet er.

Bei den beiden ebenfalls in diesem Jahr bei ihm abgegeben Landschildkröten hätten sich jeweils bereits kurze Zeit später die Besitzer gemeldet und ihre exotischen Mitbewohner wieder mit nach Hause genommen. Bleibt zu hoffen, dass sich auch die Eigentümer des weißen Frettchens und der entlaufenden Echse melden.

Bilder