Die Arbeitsgemeinschaft Schulen der Einheits- gemeinde Sülzetal hat ihren Abschlussbericht zur Zukunft der Grund- schulen in der Region vorgelegt. Demnach sollen zwei der zurzeit drei vorhandenen Schulstandorte erhalten bleiben.

Sülzetal l Über Monate haben die Mitglieder der Arbeits- gemeinschaft Schulen die Grundschulstandorte im Sülzetal in Langenweddingen, Altenweddingen und Osterweddingen untersucht. Außerdem hat die Arbeitsgemeinschaft in einer Fragebogenaktion Eltern , deren Kinder noch eingeschult werden müssen, befragt, wie sie sich die zukünftige Grundschullandschaft im Sülzetal vorstellen. In der AG saßen je drei Vertreter aus der Gemeindeverwaltung, aus der Kommunalpolitik und drei Elternvertreter.

Bei der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses des Gemeinderates Sülzetal am Montagabend im Rathaus Osterweddingen stellte Ausschussvorsitzender Marco Falkenberg (CDU) das Ergebnis der Untersuchung zu den Schul- standorten vor. Demnach haben bei der Fragebogenaktion von 378 Eltern 148 ihre Stimmen abgegeben. Eine überdeutliche Mehrheit plädierte dafür, im Sülzetal zwei anstatt nur einen Grundschulstandort zu erhalten. Die Möglichkeit, ein Kreuz zum Erhalt aller drei Schulstandorte zu setzen, sah der Fragebogen nicht vor.

Die Variante der beiden zu erhaltenden Schulstandorte gab drei mögliche Szenarien vor: Osterweddingen und Langenweddingen, Osterweddingen und Altenweddingen sowie Langenweddingen und Altenweddingen. Die Mehrheit der Eltern, die sich an der Umfrage beteiligten, stimmte für den Erhalt der Schulen in Osterweddingen und Altenweddingen, gefolgt von Osterweddingen und Langenweddingen. Die Arbeitsgemeinschaft will dem Votum der Eltern folgen und empfiehlt den Erhalt der Grundschulen in Osterweddingen und Altenweddingen sowie die Schulschließung in Langenweddingen. Letztlich muss der Gemeinderat noch über die Gestaltung der Schullandschaft im Sülzetal entscheiden.

Weiterer Beschluss nötig

Ebenso muss der Gemeinderat noch einen Beschluss zum Aufheben der Schuleinzugsbereiche im Sülzetal zum kommenden Jahr verabschieden. Nur dann ist es möglich, dass bei einer möglichen Schulschließung in Langenweddingen die Kinder in den beiden anderen Standorten in Altenweddingen und Osterweddingen eingeschult werden dürfen. Dass die Schuleinzugsbereiche aufgehoben werden sollen, darüber herrschte bereits Einigkeit im Gemeinderat. Nur muss der formelle Beschluss noch folgen, damit die Änderung nach der Genehmigung durch das Schulamt des Landkreises Börde wirksam werden kann.

Hintergrund der Schul- debatte im Sülzetal ist eine Forderung des Landes Sachsen-Anhalt aus dem vergangenen Jahr. Demnach sollen ab dem Schuljahr 2014/15 in Grundschulen mindestens 60 Schüler lernen, in dünn besiedelten Gebieten wie der Altmark soll die Untergrenze bei 52 liegen, in Magdeburg, Halle und Dessau bei 80. Ab dem Schuljahr 2017/18 sollen an Grundschulen mindestens 80 Schüler lernen, in dünn besiedelten Gebieten 60. Derzeit liegt die Mindestschülerzahl bei 60 Kindern, allerdings gibt es zahlreiche Ausnahmeregelungen.

In der Einwohnerfragestunde bemängelte Beatrice Noczinski aus Osterweddingen, dass bei der Fragebogenaktion zu den Grundschulen den Eltern suggeriert worden sei, dass in Zukunft nur zwei Standorte im Sülzetal möglich seien. Deshalb hätten die Eltern nicht die Wahl gehabt, sich für den Erhalt aller drei Schulen zu entscheiden.

"Diese Chance haben die Eltern gehabt, wenn sie diesen Wunsch auf den Fragebogen geschrieben hätten", entgegnete Bürgermeister Jörg Methner (SPD). Seiner Meinung nach seien die Eltern voll in den Entscheidungsprozess mit einbezogen worden. "Demokratischer kann man es nicht machen", sagte Methner. Gleichwohl bemängelte er, dass sich nicht mehr Eltern an der Umfrage beteiligt haben.