Mit einem nicht ganz einfachen Thema beschäftigte sich am Mittwochabend der Kultur- und Sozialausschuss der Gemeinde Am Großen Bruch. Ein Leichenwagen aus alter Wulferstedter Zeit warf die Frage auf, ob er der Gemeinde erhalten bleiben soll. Diese Frage konnte nicht geklärt werden.

Wulferstedt l Ein Relikt aus alten Zeiten ist noch immer im Eigentum der Gemeinde Am Großen Bruch, zu der auch der Ort Wulferstedt gehört. Hier im Dorf kam einst ein von Pferden gezogener Leichenwagen zum Einsatz, brachte den Sarg mit dem Verstorbenen zum Friedhof. Die Angehörigen schritten hinterher. "Zuletzt ist der Wagen wohl in den siebziger Jahren zum Einsatz gekommen. Doch seitdem verstaubt das gute alte historische Stück", berichtet Klaus Graßhoff, Vorsitzender des Kultur- und Sozialausschusses. Aber der Staub ist wohl das kleinere Übel, auch der Holzwurm war nicht untätig. Andererseits wirkt das Gefährt noch recht stabil.

Wie alt der Leichenwagen tatsächlich ist, diese Frage konnte noch nicht geklärt werden. Fakt ist, der Wagen hat schon lange ausgedient. Wohl auch deshalb hat noch der alte Gemeinderat beschlossen, den Verkauf des alten Leichenwagens auf den Weg zu bringen. Allerdings schätzt Klaus Graßhoff realistisch ein: "Geld können wir mit dem Verkauf des Wagens wohl nicht mehr verdienen. Andererseits steckt darin auch ein Stück Wulferstedter Geschichte. Deshalb haben wir im Kultur- und Sozialausschuss noch einmal über die Angelegenheit diskutiert und überlegt, wie der Wagen für Wulferstedt erhalten werden könnte", erklärt Klaus Graßhoff.

Da die Gemeinde für den Erhalt kein Geld hat, bliebe wohl nur der Verkauf und dafür gäbe es inzwischen auch einen Interessenten. Zu einer Entscheidung kam der Kultur- und Sozialausschuss am Mittwochabend nicht. "Der Hauptausschuss wird sich noch einmal mit dem Thema beschäftigen müssen und dann entscheiden, was aus dem alten Leichenwagen wird", so Klaus Graßhoff.

Gegenstand der Diskussionen des Kultur- und Sozialausschusses war auch der Kulturkalender der Gemeinde Am Großen Bruch für das Jahr 2015. Er werde jedes Jahr erarbeitet. Doch zuvor bedarf es einer Abstimmung zwischen den Vereinen und der Gemeinde und auch unter den Vereinen selbst, damit es zu keinen Überschneidungen in den Mitgliedsgemeinden Gunsleben, Hamersleben, Neuwegersleben und Wulferstedt kommt. "Im September bis in den Oktober hinein laufen die Gespräche mit den Vereinen, dann kann der Kalender erarbeitet werden", erklärt Klaus Graßhoff.

Einige Termine, wie Schützenfest, Sportwochen oder Grünkohlwanderungen, würden bereits feststehen, weil sie sich jährlich zu einem bestimmten Termin wiederholen. 2015 würden auch keine besonderen Jubiläen anstehen.

Der Kultur- und Sozialausschuss tagte am Mittwochabend übrigens zum ersten Mal nach der Kommunalwahl in neuer Besetzung. Er hat drei "alte" und drei "neue" Mitglieder. Mit der nächsten Gemeinderatssitzung solle die Hauptsatzung geändert werden. Dann soll aus dem bisherigen beratenden Bürger ein "ordentliches" Mitglied werden.

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