Ein besonderes Jubiläum ist am Wochenende in Wanzleben gefeiert worden. Der dort ansässige Reitverein beging den mittlerweile 60. Jahrestag seiner Gründung. Weit über 700 vergebene Startnummern zeugen von der Attraktivität dieser Reitsportveranstaltung.

Wanzleben l An drei Tagen erlebten zahlreiche Besucher auf dem Reitplatz des Vereins Pferdesport auf hohem Niveau.

Mitglieder und viele fleißige Helfer haben in angestrengter Kleinarbeit erneut beste Voraussetzungen für Sportler und Besucher geschaffen, um den 60. Geburtstag des Vereins würdig zu gestalten. Für das leibliche Wohl war an allen drei Tagen zur Genüge gesorgt. So hatten beispielsweise Eltern der Reitschüler und auch Reitsportfreunde Kuchen gebacken, um das Verlangen nach Süßem zu stillen. Wer das Gelände fahrend erkunden wollte, nahm in der von Ronny Buch gelenkten Kutsche Platz.

Mit der Gründung des Vereins durch Sportaktivisten der ersten Stunde im Jahr 1954 und der kontinuierlichen Entwicklung des Pferdesports in Wanzleben sind der wechselhaften Geschichte zum Trotz sehr gute Voraussetzungen entstanden, die durchaus Vorbildwirkung in Sachsen-Anhalt haben. Tausende Arbeitsstunden sind von Vereinsmitgliedern und Helfern geleistet worden, um den Pferdesport stetig weiterzuentwickeln und zu einer festen Größe in Wanzleben zu machen.

Vereinsvorstandsmitglied Kathrin Müller und ihre Mitstreiter haben noch große Ziele. "Zunächst einmal ist es Verpflichtung für uns, die Tradition des Reitsports zu erhalten. Dies gelingt uns auch durch Gewinnung von Kindern und Jugendlichen, die an den Reitsport herangeführt werden."

"Mit wachsender Erfahrung stiegen unsere Erwartungen."

Kathrin Müller, Reitverein Wanzleben

Bislang hat der Reitverein Wanzleben 40 hochklassig besetzte Reit- und Springturniere erfolgreich durchgeführt. Die Erwartungen aller Beteiligten wuchsen daher. Ihnen wurde mit kontinuierlicher Erhöhung des Niveaus begegnet. "Das haben wir mit wachsender Erfahrung erreicht. Wir haben stets darauf geachtet, dass sportliches Niveau und fairer Umgang miteinander gepflegt wurden", erzählt Kathrin Müller. Der erste Versuch, eine Sektion Reitsport in Wanzleben aufzubauen, war im Jahr 1952 noch nicht von Erfolg gekrönt. Grund: Es fehlte zunächst an geeigneten Tieren, Ausrüstungen und Stallungen. Pioniere der ersten Stunde und Vorständler waren Lothar Domenik, Paul Flohr, Erhard Märtens und Fritz Weppel. Im zweiten Anlauf glückte das Vorhaben. 1962 wurde ein neuer Reitplatz zur Verfügung gestellt. Viele Arbeitsstunden waren zu leisten, um eine Dressurbahn und einen Reitplatz zu erschaffen.

Mit der politischen Wende 1989 entwickelten sich neue gesellschaftliche Bedingungen und vielschichtige Möglichkeiten auch im Reitsport. Allerdings hatte der Wanzleber Reitsport auch mit Hindernissen zu kämpfen. Die bis zu diesem Zeitpunkt als Träger fungierende Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Pflanzenproduktion stand vor der Auflösung beziehungsweise Umwandlung zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - die unterstützende Hand fehlte. Die Pferdehaltung wurde privatisiert. Es war nicht mehr jedem möglich, dem Reitsport als Hobby nachzugehen. So wurde nach neuen Wegen gesucht. 1990 beschloss der Verein seine Eigenständigkeit und war fortan nicht mehr Mitglied der BSG Empor. Annette Müller gründete mit ihrer Familie ein landwirtschaftliches Unternehmen. Sie erwarb die Stallanlagen von der LPG Bottmersdorf und erhielt dem Verein seinen Stammsitz. "Im Zuge dieser ereignisreichen Jahre wurde mit Verhandlungsgeschick und endlosen Aufbaustunden unsere Turnieranlage, sie grenzt an die Ställe, umverlegt. Die Anlage hat für Reiter und Zuschauer mittlerweile hohe Anziehungskraft", weiß Kathrin Müller. Folge ist, dass der Verein enormen Mitgliederzuwachs verspürt. "Aufgabe ist nun, das Geschaffene langfristig zu erhalten".

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