Zu einem Klassentreffen ist jetzt der Einschulungsjahrgang 1964 der Grundschulen Neuwegersleben und Hamersleben zusammengekommen. Spätestens in fünf Jahren soll es die nächste Zusammenkunft geben.

Neuwegersleben l Im Jahr 1964 sind sie Schulkinder geworden. Und zwar in Neuwegersleben und in Hamersleben. Jetzt gab es ein Wiedersehen in der Landgaststätte Kobbe Neuwegersleben. Die Freude war groß.

"Der größte Teil unserer Mitschüler ist in Sachsen-Anhalt geblieben."

Wie das Organisationsteam, bestehend aus Marion Kahmann, Christine Germer und Bettina Schneidewind mitteilte, gab es bereits kurz nach der politischen Wende ein erstes Klassentreffen dieser Art und ein nächstes im Jahr 1999. "Jetzt sind schon wieder 15 Jahre vergangen", berichtete das Trio und beschäftigte sich in den vergangenen sechs Monaten mit der Planung einer erneuten Zusammenkunft.

Obwohl der Grundstein bereits gelegt war und die meisten Anschriften der Mitschüler bekannt waren, gab es dennoch den einen oder anderen Klassenkameraden, der gesucht werden musste. "Der größte Teil unserer Schüler ist in Sachsen-Anhalt geblieben, viele davon sogar im Landkreis Börde und ihren einstigen Heimatdörfern", teilte Christine Germer mit. Allerdings nicht alle. Beispielsweise leben zwei ehemalige Mitschüler heute in Berlin beziehungsweise Frankfurt am Main.

Schnell stellte sich bei diesem erneuten Klassentreffen die alte Vertrautheit wieder ein, denn nach der Besichtigung der alten Schule in Hamersleben gingen Fotoalben und zahlreiche Einzelfotos durch die Runde und immer mehr Erinnerungen an damalige Zeiten tauchten auf.

"Damals gab es eine völlig andere Klassenstruktur."

"Damals gab es eine völlig andere Klassenstruktur", erinnerte Bettina Schneidewind, denn die Klassen wurden mehrmals zusammengewürfelt. Während 14 Schüler aus Neuwegersleben im Jahre 1964 in die damalige Dorfschule im Ort eingeschult wurden, starteten gleich zwei erste Klassen in der Hamersleber Grundschule. "In Neuwegersleben wurden sogar zwei verschiedene Klassenstufen in einem Klassenraum und von einem einzigen Lehrer unterrichtet", erinnerten sich Marion Kahmann und Christine Germer. Ab der vierten Klasse wurde alles wieder neu gemischt und es entstanden zwei separate Klassen mit Schülern aus Hamersleben und Neuwegersleben, die dann bis zum zehnten Schuljahr in Hamersleben lernten.

"Wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, auch ehemalige Lehrer unter uns zu haben", so Bettina Schneidewind während ihrer Begrüßungsrede. Der ehemalige Chemielehrer Rainer Wagner, Karin Preuße, bekannt unter Fräulein Ribbe, die damals Deutsch, Mathematik und Heimatkunde unterrichtete, Heinz Siermann, bekannt als immer fordernder Sportlehrer, sowie Eva Mühlbauer für das Fach Musik und Marlis Grove für Deutsch, Mathematik und Musik, schwelgten ebenso in alten Erinnerungen und schmunzelten permanent über die ein oder andere lustige Begebenheit.

Sofort erinnerte sich Bettina Schneidewind an den Kanonenofen, der nach einem schneereichen und ungemütlichen Schulweg am Morgen wahre Wunder bewirkte. "Der Unterricht bei Frau Grove wurde verschoben, denn wir durften im Vorfeld Schuhe und Strümpfe ausziehen und unsere Füße am molligen alten Ofen wärmen", berichtete sie.

"Und dann gab es eine große Überraschung, der Brief wurde verlesen."

Gern erinnerte sich Marlis Grove an eine ganz besondere Begebenheit. Im damaligen Kinderfernsehen der DDR wurde die 200. Sendung mit dem beliebten Geschichtenerzähler Meister Nadelöhr angekündigt. Dieser Anlass war Grund genug für die damalige Schülerin Angela Laue aus der A-Klasse, einen persönlichen Gratulationsbrief an Meister Nadelöhr zu schreiben. "Und dann gab es eine große Überraschung", so Marlis Grove, denn genau dieser Brief wurde in der Jubiläumssendung im Fernsehen gezeigt und verlesen.

Zahlreiche weitere Erlebnisse, lustige Streiche sowie gemeinsame Klassenfahrten wurden zum Gesprächsthema, so dass sich die lebendige Runde bis in die frühen Morgenstunden hinein eine Menge zu erzählen hatte.

Ein nächstes Klassentreffen steht noch nicht genau fest, aber länger als fünf Jahre wollen die ehemaligen Mitschüler auf keinen Fall warten.