Die Fassade von St. Margarethen ist mal wieder umrüstet. Über den Sommer hinweg ist das Dach der evangelischen Kirche in Völpke saniert worden. Die letzte Ecke bekam am Donnerstagmorgen neue Ziegel aufgesetzt - wobei die schützende Tonverkleidung schon einige Jährchen alt ist, wie der Pfarrer verriet.

Völpke l "Wir werden von außerhalb ja manchmal als atheistisches Dorf bezeichnet", weiß Kirchenratsmitglied Willi Schütze - und hört das freilich nicht gern. Denn ganz so gottlos stehe Völpke gar nicht da, versichert er, "wenn man sieht, was sich in den letzten Jahren an unserer Margarethenkirche getan hat." Pfarrer Peter Mücksch stimmt dem zu und ruft die drei großen Sanierungsetappen der jüngeren Vergangenheit in Erinnerung: "Da war die Erneuerung des Turms vor fünf Jahren, davor auch schon die von einer großen Privatspende initiierte Einsetzung der bleiverglasten Fenster und im Herbst 2011 der Einbau der neuen Glocke."

Stück für Stück, so Mücksch, verleihe man der Kirche somit Zukunftssicherheit. Das war beileibe nicht immer gegeben, da das Gotteshaus zu DDR-Zeiten "total verschwammt" war und die altehrwürdigen Mauern von der staatlichen Obrigkeit schon zum Schleifen freigegeben waren. "Zum Glück mangelte es seinerzeit an den Mitteln für den Abriss", sagt Willi Schütze. Und mit der politischen kam auch die Wende für St. Margarethen. "Die Ziegel fürs Dach sind schon lange da, die konnten wir Mitte der Neunziger, als die Fördermittel noch recht wild vergeben wurden, schon beschaffen", verrät der Pfarrer. Doch vergingen dann noch 20 Jahre, ehe die Aktion Dacheindeckung starten konnte.

"Endlich, endlich haben wir jetzt eine entsprechende Förderung bekommen, denn allein können wir so ein Projekt einfach nicht stemmen", richtet Mücksch besonderen Dank an die Lotto-Toto-Gesellschaft Sachsen-Anhalt, die über ihre kulturellen Ausschüttungen den Großteil der 92000 Euro umfassenden Investition trägt. Der Kirchenkreis mit einer Zuwendung und die Kirchengemeinde mit Spenden begleichen die Restsumme, "womit ein weiterer Punkt innerhalb der Gesamtsanierung der Kirche abgehakt wird", freut sich Peter Mücksch. Bis Mitte September sei alles erledigt, verkündete Dachdeckermeister Jens Dymeck bei der gestrigen Bauberatung.

So schweift der Blick der Kirchengemeinde bald wieder nach vorn, heißt es erneut sammeln und sparen. Zwei weitere Buntglasfenster - Kostenpunkt etwa 15000 Euro - sollen durch Spenden finanziert werden. "Und unser größter Wunsch ist natürlich der gesamte Innenausbau", so Willi Schütze, "da es drinnen nicht wirklich wie eine Kirche, sondern eher wie eine Ruine mit schönen Fenstern und neuem Dach aussieht."

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