Oschersleben l In diesem Jahr kann die Fotografie ein Jubiläum feiern. 175 Jahre ist es her, als exaktes Entstehungsdatum gilt der 19. August 1839, dass Geschehnisse oder Personen im Bild festgehalten werden können. Dem Jubiläum widmet das Oschersleber Museum eine Sonderausstellung, die auf die Idee des Oscherslebers Wolfgang Pressler zurückgeht. Als Sammler von Fotoapparaten und vielem mehr, was zur Fotografie dazugehört - von der Dunkelkammerausrüstung bis zur Fachzeitschrift - kam er selbst auf die Idee, eine Ausstellung zu gestalten. Ursprünglich sollte es ein Schaufenster einer Buchhandlung sein. Doch hier hätte die Fülle seiner zahlreichen Sammlerstücke niemals Platz gefunden. Das Oschersleber Museum in der Stadtbibliothek nahm seine Idee schließlich dankbar auf.

"Im ersten Moment hätte ich nicht gedacht, dass ich tatsächlich die zahlreichen Vitrinen füllen kann", meint der Oschersleber. Viele seiner Schätze schlummern seit Jahren in zahlreichen Kartons, nur die besten Stücke finden in einer Vitrine im häuslichen Wohnzimmer Platz.

Mit Hilfe der beiden Bibliotheksmitarbeiterinnen Gabriele Koch und Katrin Wieger füllten sich die Vitrinen und eine anschauliche Ausstellung zum Thema Fotografie entstand. So wird der Besucher eine komplette Dunkelkammerausrüstung mit Vergrößerungsapparat und den verschiedenen Wässerungsschälchen finden. So mancher Oschersleber Hobbyfotograf wird sich angesichts der Utensilien an seine Zeit in der Dunkelkammer erinnern, als er mit Spannung auf das Entstehen seiner Bilder wartete. "Andererseits wäre die Dunkelkammer gerade interessant für junge Leute, die heute nur noch die digitale Fotografie kennen", meint Pressler. Und mit dem Rundgang durch die Ausstellung werden die Besucher auch den Wandel der Fotoapparate vom "riesigen schwarzen Kasten" bis zur kleinen handlichen Kamera erleben.

"Mein ältestes Stück stammt aus dem Jahre 1893", erzählt Wolfgang Pressler. 1964 habe er mit dem Sammeln begonnen. Seine erste eigene Kamera stammt übrigens aus dem Jahre 1962 - eine Certofot. "Man konnte Sonne und Wolken, Zeit oder Momentaufnahme einstellen, mehr nicht", erzählt er.

Die Ausstellung "175 Jahre Fotografie" wird am 18. September um 17 Uhr im Oschersleber Museum/Stadtbibliothek eröffnet. Besucher sind herzlich willkommen.

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