Das Bauende für das mit einer Investition von mehr als 600000 Euro derzeit größte Bauprojekt der Wobau Wanzleben am Markt wird für Dezember erwartet. Derweil schiebt die Wohnungsbaugesellschaft bereits den Plan um die nächste innerstädtische Großbaustelle an. Für 700000 Euro könnte ab 2015 das bereits leergezogene Objekt in der Schulpromenade 16 und 16a saniert werden.

Wanzleben l Für die Wobau Wanzleben ist die Komplettsanierung ihrer Markt-Immobilie die größte Baumaßnahme des Jahres. Mehr als 600000 Euro fließen in die Rund-um-Erneuerung des Hauses. Fördermittel für die Verjüngungskur gab es nicht, merkt Wobau-Geschäftsführer Rainer Lippelt auf Nachfrage an. Für die Finanzierung des Bauvorhaben habe das Unternehmen aber ein zinsvergünstigtes Darlehen erhalten.

Während die drei Parterre-Gewerbeeinheiten bereits vermietet und das Reisebüro, ein Friseurladen sowie eine Ergotherapiepraxis schon eingezogen sind, laufen die Sanierungsarbeiten für den Wohnungsumbau ab der ersten Etage weiterhin auf Hochtouren. Das Dach ist bereits neu eingedeckt, die Konstruktion um die sechs neuen Loggen mit Blick auf den Markt abgeschlossen, der Großteil der neuen Fenster ist eingesetzt. "Wir bauen hier nach den neuesten energetischen Standards", betont Lippelt, der die Wobau-Geschicke in Wanzleben bereits seit 19 Jahren lenkt.

Und aus das Dilemma um den für die Marktimmobilie neubeantragten Fernwärmeanschluss, das sich mit dem Insolvenzantrag der Wanzleber Stadtwerke schon vor Wochen abgezeichnet hatte, konnte mittlerweile gelöst werden. Der Vertrag für den neuzulegenden Anschluss wurde mit der Stadtwerke-Pleite eingestampft. Das hatte Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Lucas Flöther, Mitte August mitgeteilt, wobei er versicherte, dass die Wärmeversorgung der Bevölkerung weiterhin gesichert sei.

Doch die Wobau musste damit für ihr jüngstes "Energie-Haus" einen anderen Lösungsweg finden. "Wir nutzen nun den Gasanschluss, der bereits am Haus anliegt", nennt Rainer Lippelt Plan B. Für das Fernwärme-Projekt der Stadtwerke waren übrigens bereits in der Wanzleber City Teile der Schulpromenade und Schwanstraße aufgerissen worden. Jene eigens hierfür geschachteten Baugruben müssen nun unverrichteter Dinge wieder von der Firma, die damals bei der Stadt die Baugenehmigung eingeholt hatte, geschlossen werden. Damit ist bereits am Montag begonnen worden. Ende der Woche sollen die Pflasterarbeiten abgeschlossen sein, hieß es vor Ort. "Die Kosten, die an dieser Stelle im Zuge der Gefahrenabwehr aufgelaufen sind, übernimmt erst einmal die Stadt", erklärte Bauamtsleiter Olaf Küpper gestern auf Nachfrage. Er schätzt, dass sich die Kosten im vierstelligen Bereich bewegen werden. Ebenfalls einen Teil der Kosten müsse in diesem speziellen Fall nun auch das ausführende Bauunternehmen stemmen, erklärt der Amtsleiter die Rechnungslegung.

Bis auf die Änderung des Energielieferanten läuft derweil in der Markt-Immobilie 11/12 Ecke Schwanstraße alles nach Plan, versichert Lippelt. Aus den zehn alten Wohnungen werden am Ende sechs moderne Mieteinheiten. Die kleinste Wohnung wird nach dem Umbau Platz auf 64 Quadratmetern bieten, die größte 75 Quadratmeter messen. "Neben einer festen Mietzusage liegen uns für dieses Objekt bereits fünf Reservierungen vor", weiß Rainer Lippelt zu berichten, der das Bauende für Dezember erwartet. Das nächste große Bauprojekt strebt der Wobau-Geschäftsführer bereits für nächstes Jahr an. "Die Sanierung des Eckhauses in der Schulpromenade 16 und 16a mit einer Wohnfläche von rund 600 Quadratmetern steht für 2015 im Wirtschaftsplan. Das Vorhaben könnte je nach Finanzlage im November beschlossen werden, hofft er. Genauso wie auf Fördermittel. Acht Wohnungen könnten hier entstehen. "Zwei davon behindertengerecht. Die ehemaligen Gewerbe- und Praxisräume sollen im Erdgeschoss so gestaltet werden, dass die Bewohner ihre Wohnungstür über eine Rampe erreichen können", erklärt der Geschäftsführer. Auf dem Hof der Innenstadtimmobilie sollen zudem für die Mieter Park-Stellflächen eingerichtet werden.

Auch in diesem Jahr will die Wohnungsbaugesellschaft Wanzleben rund eine Million Euro in ihre Bauvorhaben sowie in die Modernisierung ihrer Immobilien investieren. "Für die Aufwertung unseres Bestandes stehen in diesem Jahr 450000 Euro im Plan, so dass wir insgesamt bei einem Investitionsvolumen von rund einer Million Euro liegen", rechnet Lippelt zusammen.

"Wir verwalten und bewirtschaften zurzeit einen Bestand an Mietwohnungen und Gewerbeobjekten von zirka 1200 Einheiten. In der Ortschaft Wanzleben haben wir einen Leerstand von 15 Prozent zu verzeichnen."

Dazu zählen auch 24 Wohnungen in der Windmühlenbreite. Die Eingänge des Wohnblocks 30 bis 30b sollen der Abrissbirne weichen. Wann genau steht noch nicht fest.

   

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