In einer Foto-Ausstellung kehren 25 Jahre Karneval in Warsleben wieder zurück. Während der Ausstellungseröffnung kam in der Kirche St. Petri noch einmal so richtige Karnevalsstimmung auf.

Ausleben l Mehr als 25 Jahre bestand die Karnevalsgesellschaft Warsleben. Grund genug, ihr eine eigene Ausstellung zu widmen. Der Freundeskreis "Dorfgeschichte und Erhalt der Kirche St. Petri" hatte dazu am vergangenen Sonntag in das Gotteshaus eingeladen. "Mit diesem Fotorückblick möchten wir an den Karneval erinnern und deshalb heißt es heute auch in Anlehnung an das alte Motto: "Es geht nochmals rund", so Heinz Morgenthal in seiner Begrüßung.

Viele der zahlreichen Gäste hatten sich gewundert, warum sie die St.-Petri-Kirche durch den Hintereingang betreten mussten. "Unsere Ausstellung war gefährdet", erklärte Morgenthal den Besuchern. "Vor etwa drei Wochen war ein 20 Kilogramm schwerer Sandstein aus dem Gesims des Turms aus 30 Metern Höhe vor den Eingang gefallen. Der einzige Ausweg, die Ausstellung doch noch zu eröffnen, führte durch den Hintereingang der Kirche." Doch der war schon vor langer Zeit zugemauert worden. "Es ist gut, wenn man hilfsbereite und verlässliche Freunde hat", meinte Heinz Morgenthal. Dank des Einsatzes von Klaus-Dieter Schulz, Rainer Kühn und Andreas Kroh wurde nicht nur der Hintereingang wieder geöffnet, nein er bekam auch eine Tür und die Ausstellungseröffnung war gerettet. Diesen fleißigen und tatkräftigen Helfern galt der Dank von Heinz Morgenthal und natürlich auch den Frauen, die wieder für ein reich gedecktes Kuchenbüfett gesorgt haben.

Damit übergab Heinz Morgenthal das Wort an Ernst Freistedt, den langjährigen Fotografen, Texter für die Presse und "Urgestein" des Karnevals. Freistedt war seit 1964 beim Karneval dabei und einige seiner Auftritte sind legendär. Er stimmte die Ausstellungsbesucher auf eine Zeitreise ein: "Unsere erste Karnevalssitzung 1965 war keine Eintagsfliege, sollten ihr doch noch weitere 25 folgen", berichtete er nicht ohne Stolz.

Neben der Fotoausstellung kam am Sonntag in St. Petri auch moderne Technik zum Einsatz. Jörg Lange hatte aus einem Teil der Fotos sowie von altem Acht-Millimeter-Filmmaterial von Helmut Köhler eine DVD zusammengestellt. Viele der Anwesenden erkannten sich oder Freunde und Bekannte dabei wieder. Immer wieder zogen Lachsalven durch St. Petri, denn auch wenn die letzte Karnevalssitzung schon fast 25 Jahre zurückliegt, manches ist so in Erinnerung geblieben, als wäre es erst gestern gewesen. Besonders wurden die anwesenden Protagonisten von einst gefeiert - darunter Ernst Freistedt und Helmut Köhler. Für sie gab es immer wieder spontanen Applaus.

Mit der DVD-Vorführung waren alle bestens auf die Ausstellung eingestimmt, doch zuvor wurde in St. Petri eine Rakete der Begeisterung gezündet - sicher auch ein Novum im Gotteshaus. Dies zeigte deutlich, dass das Thema der 14. Fotoausstellung und die Zusammenstellung von Jörg Lange genau den Nerv der Besucher getroffen hatten. Auch die zahlreichen gedruckten und gerahmten Bilder verfehlten die Wirkung auf ihr Publikum nicht. Immer wieder war zu hören: "Guck mal, das ist doch..." oder "Schau mal hier, das war so eine tolle Veranstaltung." Eins ist sicher: der Karneval und alle, die daran beteiligt waren, sind noch lange nicht vergessen. Bei so manchem schwang aber auch Wehmut mit: "Was haben wir damals auf die Beine gestellt. Schade, dass es das heute nicht mehr gibt."

Ein sichtlich bewegter Heinz Morgenthal bedankte sich bei allen, die zum Gelingen der Ausstellung beitrugen. "Ich danke auch allen Anwesenden, die dem Freundeskreis die Treue halten. Das ist für uns immer wieder Ansporn, weiter zu machen." Aufgrund des Schadens am Turm bat er die Besucher um eine Spende, damit das Gesims am Turm gesichert und St. Petri bald wieder durch den Haupteingang betreten werden kann.

Wer die Ausstellung noch nicht gesehen hat, kann dies an den nächsten beiden Sonntagen, 21. und 27. September, jeweils von 15.30 bis 17 Uhr nachholen.