Es wird kein "Rock am Denkmal", aber es kommt dem sehr nahe - und es ist ein Stück Wiederaufleben der Anfänge des Hötensleber Festivals. Das Jubiläum der Grenz- öffnung zelebrieren die Kommunen Hötensleben, Schöningen und Oschersleben im November mit einem Festwochenende am Grenzdenkmal.

Hötensleben l Kultur, Konzerte und Kontaktpflege - so die Maßgabe für die drei Tage vom 28. bis 30. November auf dem Hötensleber Schützenplatz. Dafür kooperieren die Partnerstädte Oschersleben und Schöningen zusammen mit dem "verbindenden Element Hötensleben", wie es Schöningens Rathaussprecherin Sophie Drüsedau beschreibt. "Organisiert und finanziert wird die Feier von den drei Kommunen, die auch schon im geteilten Deutschland eng miteinander verbunden waren. Jetzt ohne Grenze feiern - das klingt nach Spaß mit ernstem Hintergrund. Und genau das setzen wir mit dem Fest anlässlich der Grenzöffnung vor 25 Jahren um."

Der 9. November 1989 ging als Tag des Mauerfalls in die Geschichte ein. In Hötensleben selbst vergingen noch zehn weitere Nächte, ehe die Straße gen Schöningen passiert werden durfte, hier fiel die Grenze am 19. November. Bis heute erinnert die authentisch erhaltende Grenzanlage an die Jahrzehnte der Einmauerung. "Es gibt keinen besseren Ort für unsere gemeinsame Jubiläumsfeier", meint Hötenslebens Bürgermeister Dieter Buchwald. Sein Schöninger Amtskollege Henry Bäsecke bestätigt: "Es ist ein besonderer, ein emotionaler Ort. Diesem großen Ereignis wollen wir gemeinsam gerecht werden." Und Oscherslebens Stadtoberhaupt Dieter Klenke ergänzt: "Wir wollen einerseits an die oft tragischen Umstände von Trennung und Ungerechtigkeit erinnern, andererseits aber auch die großen Schritte, die wir gemeinsam gegangen sind, miteinander feiern."

Einig sind sich alle drei: Es soll ein Fest für die ganze Region werden, unabhängig vom Bundesland, und auch mit besonderem Augenmerk auf die Generation des vereinten Deutschlands. So soll der Freitag zum Festauftakt speziell der Jugend gewidmet sein.

Über den konkreten Ablauf der drei Tage werde man noch detailliert informieren, sagt Mitorganisator Thomas Malcher und skizziert vorab die bislang feststehenden Planungen: "Im geheizten Zelt wird es eine Feierstunde, Livemusik und Unterhaltungsprogramme geben, dazwischen auch immer wieder Gelegenheiten, sich an die ganz persönliche Geschichte jedes Einzelnen zu erinnern, die im Alltag oft vergessen wird. Am Sonntag folgt auf einen ökumenischen Gottesdienst der Schöninger und Hötensleber Geistlichen ein Vereinsfrühstück samt Fotoausstellung und Filmvorführung."

Bereits für den 29. November gebucht und bestätigt sei der Auftritt der Bands "Biba und die Butzemänner" und "Big Maggas" - beides längst keine unbekannten Größen mehr in Hötensleben. Kartenvorverkauf? "Gibt`s nicht", so Malcher, "denn der Eintritt ins Festzelt ist für jedermann frei."