Unter der Bezeichnung "Reiterstein 2014" hat der Landkreis Börde am Sonnabend im Sülzetal eine groß angelegte Übung veranstaltet. Schwerpunkt war dabei das Gewerbegebiet in Osterweddingen.

Sülzetal l Wer am Sonnabend auf den Straßen des Sülzetals zwischen Langenweddingen und Osterweddingen unterwegs war, hat eine Vielzahl von Feuerwehrfahrzeugen und Rettungswagen gesehen. Von 6 bis 16 Uhr veranstaltete der Landkreis Börde in der Einheitsgemeinde unter dem Kennwort "Reiterstein 2014" eine Vollübung der Einheiten und Einrichtungen des Katastrophenschutzes. Mehr als 600 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und Polizei übten dabei den Ernstfall. Ein Heer von Statisten stellte die Verletzten dar.

Während sich Landrat Hans Walker und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) bereits am frühen Morgen ein Bild vom Einsatzgeschehen machten, hatte der Kreis am Vormittag Verwaltungsleute und Kommunalpolitiker der Einheitsgemeinde Sülzetal sowie Vertreter der an der Übung beteiligten Organisationen zu einer Besichtigungstour eingeladen. "Als Ausgangslage wird ein Orkan angenommen, der in der Nacht zum Sonnabend das öffentliche Leben in weiten Teilen Europas beeinträchtigte", erklärte Roland Läbisch, Fachdienstleiter Brand- und Katastrophenschutz sowie Rettungswesen beim Landkreis Börde, bei der Busfahrt vom Bereitstellungsraum der Einsatzkräfte bei Langenweddingen ins Einsatzgebiet nach Osterweddingen. Sechs Szenarien hatte die Übungsregie vorbereitet. Unter den Gäste der Übung waren unter anderem Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner (SPD), seine Amtsleiter Fred Fedder und Renè Kellner, Kreis-Fachbereichsleiter Thomas Kluge sowie Osterweddingens Ortsbürgermeisterin Birgit Wasserthal (CDU) und die CDU-Gemeinderäte Kay Barthel und Dietrich Ebering.

Der Bus der Übungsbeobachter steuerte zunächst das Werk von f-glass im Osterweddinger Gewerbegebiet an. Dort hatten die Übungsleiter das aufwändigste Unfallgeschehen in Szene gesetzt. Wie angenommen wurde, hatte eine Sturmböe auf der Bielefelder Straße einen Bus erfasst, in dem eine holländische Delegation auf dem Weg ins Glaswerk saß. Der Bus verunglückte, zudem wurden sieben Autos in den Unfall verwickelt. Insgesamt waren etwa 50 verletzte Menschen zu beklagen. Nachdem die Osterweddinger Feuerwehr am Einsatzort eingetroffen war, wurden die kreislichen Einheiten des Katastrophenschutzes sowie die Schnelleinsatzgruppen des Rettungsdienstes alarmiert und nahmen ihre Arbeit auf. In der Realität einsetzender heftigen Regen konnte die Teilnehmer nicht stoppen. Sie übten mit vollem Einsatz weiter.

"Es ist schon beeindruckend, über welche technischen Möglichkeiten die Feuerwehren und Rettungskräfte des Landkreises Börde verfügen", sagte Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner. Zur Mittagszeit gesellten sich er und die anderen Beobachter unter die Retter. Alle ließen sich die von den Versorgungszügen gekochte Erbsensuppe schmecken.

   

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