Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls und zum Tag der Deutschen Einheit hatte die Einheitsgemeinde Sülzetal zu einer Feierstunde in den Festsaal Altenweddingen eingeladen. Der Polizeichor Magdeburg gab ein Konzert.

Altenweddingen l "Ich bin überwältigt, so viele Menschen hier in der Festhalle begrüßen zu dürfen", sagte am Sonnabendnachmittag in Altenweddingen ein sichtlich berührter Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner (SPD). Am Eingang zum Saal begrüßte er jeden Besucher der Feierstunde zum 25. Jahrestag des Mauerfalls und zum Tag der Deutschen Einheit persönlich per Handschlag. Und Methner durfte an diesem Nachmittag viele Hände schütteln. Hunderte Sülzetaler waren seiner Einladung und der des Gemeinderates zur Feierstunde gefolgt.

Unter den Gästen waren unter anderem der Ehrenbürger der Gemeinde Sülzetal, Ernst-Wilhelm Jakob, ein lang gedienter Feuerwehrmann, Vertreter der Vereine, Verbände, Organisationen, Nachwuchssportler, Politiker und Feuerwehrleute. "Sie alle sind es, die das Sülzetal nach der Wende zu dem gemacht haben, was es heute ist", begrüßte Methner die Gäste. Unter ihnen den früheren Bürgermeister Erich Wasserthal (CDU), der nach der Wende "mit seinen Mitarbeitern die Ärmel hoch gekrempelt hat, um das 400 Hektar große Gewerbegebiet bei Osterweddingen zu schaffen".

"Das Gesicht der Städte und Dörfer hat sich nach der Wende deutlich verändert", sagte Ulf Gundlach (CDU), Staatssekretär im Innenministerium Sachsen-Anhalts, der die Grüße des Landes zur Feierstunde überbrachte. Die friedliche Revolution war für Gundlach, der in Westdeutschland aufgewachsen war und seit mehr als 20 Jahren in Sachsen-Anhalt lebt und arbeitet, eine "tolle Geschichte".

An den Beginn der politischen Wende im Herbst 1989 in Magdeburg und Wanzleben erinnerte sich der frühere Bauminister und Kreistagspräsident Dr. Karl-Heinz Daehre aus Langenweddingen. "Angst hatten wir bei den Montagsgebeten im Magdeburger Dom mit Domprediger Giselher Quast keine", sagte der Festredner. Die Angst sei erst gekommen, als Daehre später gemerkt habe, dass auch Mitarbeiter des DDR-Staatssicherheitsdienstes mit im Dom saßen und die Menschen ausspionierten. "Mit friedlichen Menschen, die mit Kerzen in den Händen durch die Straßen demonstrierten, hatte die Stasi jedoch nicht gerechnet", bemerkte Daehre.

Wie der heute 70-jährige Daehre zurück blickte, wollten die Menschen zunächst im Land bleiben und für eine reformierte DDR mit Reisefreiheit, Demokratie und echten Wahlen kämpfen. Der Ruf nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten sei erst später aufgekommen. "Einheit durch Freiheit und Freiheit durch Einheit", brachte es Daehre auf eine markige Formel.

   

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