90 Jahre offiziell anerkannten Daseins hat die Freiwillige Feuerwehr Sommerschenburg mit einem Festumzug, einem öffentlichen Schautag und einem Abendempfang gefeiert. Das Alter der Wehr könnte aber womöglich bald schon nach oben korrigiert werden.

Sommerschenburg l Die Jahreszahl 1924 gibt aller Wahrscheinlichkeit nach nicht das Gründungsjahr seiner Feuerwehr wieder, erklärt Wehrleiter Steffen Meisterknecht. "Sie stützt sich eigentlich nur auf einen alten Zeitungsbericht über einen Brand. Darin wird die Sommerschenburger Feuerwehr als teilnehmende Löscheinsatzgruppe genannt." Insofern gebe 1924 nur das Jahr der Ersterwähnung nach jetzigem Kenntnisstand an. "Eine Gründungsurkunde liegt uns leider nicht vor, doch es steht zu vermuten, dass wir in Wahrheit wesentlich älter als 90 Jahre sind", so Meisterknecht weiter.

Neue Erkenntnisse erhofft er sich von der wehreigenen Forschungsgruppe, die jetzt gebildet werden soll: "Eine kleine Arbeitsgemeinschaft, die in Archiven und Aufzeichnungen stöbern soll, um vielleicht weitere Hinweise auf unsere Feuerwehrgeschichte oder sogar auf die Gründung zu finden."

Bis dahin bleibt es bei der Rechnung "nur" 90 Jahre zurück, die am Wochenende auch angemessen zelebriert wurde. Kurz nach dem obligatorischen Probealarm um 11 Uhr setzte sich die uniformierte Parade der Jubiläumswehr und ihrer Gäste zu den Klängen des Druxberger Spielmannszuges in Bewegung. "Vielen Dank an die Gastwehren der Oberen Aller sowie an den Marienborner Schützenverein und die Sommersdorfer Jugendwehr für ihre Teilnahme", so Meisterknecht. Ein Sonderlob richtete er an die Frauen der örtlichen Volkssolidarität , die sich um das Essen gekümmert haben: "Es hat allen vorzüglich geschmeckt."

Es schloss sich über Mittag ein gemütliches Beisammensein an. Die Feuerwehr präsentierte ihre Geschichte in einer Ausstellung im Gerätehaus, und am Abend hielten die Mitglieder und Gäste Einzug ins Festzelt, um ihr Jubiläum gebührend zu feiern.

Doch auch der Trauer um die verstorbenen Wegbegleiter wurde ehrenvoll Raum gewährt. "Erst in der Vorwoche ist wieder ein verdienter Kamerad von uns gegangen. Unsere Gedanken während der Kranzniederlegung am Feuerwehrgedenkstein waren vor allem bei ihm und den Angehörigen", fasste Steffen Meisterknecht die Trauer in Worte.

 

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