Zu seiner zweiten Sitzung in der laufenden Legislaturperiode kam am Mittwochabend der Oschersleber Stadtrat zusammen. Zwei Tagesordnungspunkte versprachen besonders spannend zu werden: Die Wahl eines Stellvertreters des Vertreters der Stadt beim TAV sowie die Festlegung eines Termins für die Bürgermeisterwahl.

Oschersleben l Mit einem Stellvertreter sollte Burkhard Kanngießer (SPD), der bereits in der konstituierenden Stadtratssitzung Anfang Juli zum Vertreter der Stadt Oschersleben in die Vollversammlung des Trink- und Abwasserverbandes Börde (TAV) gewählt wurde, ein weiteres Stadtratsmitglied an die Seite gestellt bekommen. Auf die Frage nach Vorschlägen des Ratsvorsitzenden Lothar Lortz (FUWG) empfahl die CDU-Fraktionsvorsitzende Andrea Hasselmann Wolfgang Nehring aus den eigenen Reigen für den Posten. Wolfgang Zahn schickte in Auftrag seiner SPD-Fraktion dessen Mitglied Olaf Pankow ins Rennen. Nun begann es spannend zu werden, denn jede der beiden Parteien wollte ihren Mann in dieser Position wissen - im Fokus ein Kräftemessen der zu mobilisierenden Mehrheiten.

Dieses begann schon mit der Festlegung des Wahlvorgangs. Die Gemeindeordnung sieht eine geheime Wahl vor, jedoch nicht zwingend. Für die Sozialdemokraten hätte eine Abstimmung per Hand ausgereicht, die CDU wollte jedoch geheim wählen lassen. So wurde in einer fünfminütigen Pause von den anwesenden Mitarbeitern der Stadtverwaltung schleunigst der Urnengang vorbereitet, bis die eigentliche Wahl anstand. Hier hatten die 28 Stimmberechtigten jeweils ein Kreuz für ihren Favoriten zu machen und die ausgefüllten Zettel in die Urne zu stecken.

Nach einem rund 20-minütigen Prozedere wurden die Stimmen von Anke Hustedt (SPD) und Andrea Hasselmann ausgezählt und bekannt gegeben: 14 Stimmen für Olaf Pankow, 14 Stimmen für Wolfgang Nehring - Patt. So stand ein zweiter Wahlgang an, selber Ablauf, nur schneller. Nach Auszählung stand dann fest: 14 Stimmen für Nehring, 13Stimmen für Pankow und eine Stimme ungültig, die allerdings auch als Enthaltung gewertet werden kann. Punkt für die CDU.

Auch die Festlegung des Termins für die nächste Bürgermeisterwahl gestaltete sich außerordentlich zäh. Zunächst sah eine Beschlussvorlage den 22. Februar dafür vor. Dieser Termin wurde im Vorfeld bereits von allen Ortschaftsräten (außer Hordorf) sowie dem Hauptausschuss bestätigt.

Nun hatten SPD und Linke doch etwas auszusetzen. "Weil der Weg in die Wahllokale gerade für ältere Leute in der kalten Jahreszeit schwierig ist, schlagen wir den 26. April als neuen Termin für die Wahlen zum Bürgermeister vor", gab Ulrich Spey bekannt. Linke-Fraktionschef Manfred Nörthen stimmte dem zu: "Aus witterungstechnischen Gründen sind wir derselben Meinung." "Wir bestehen auf de 2. Februar, um schnellstmöglich damit durch zu sein", sprach Torsten Schubert für die CDU. Letztendlich stimmten 16 Mitglieder aus SPD und Linke für den Termin im April, nur 11 Räte (CDU, FUWG, Grüne und Bürgermeister Dieter Klenke) für den Februartermin. Punkt für die SPD und Linke.

Somit steht nun endgültig fest: Am 26. April 2015 wählen die Oschersleber einen neuen Bürgermeister. Der bisherige parteilose Rathauschef Dieter Klenke wird nicht mehr antreten.