Das zweite Jahr in Folge haben sich engagierte Bürger im Rahmen einer Festveranstaltung am Abend vor dem Tag der Deutschen Einheit in das Ehrenbuch der Stadt Wanzleben - Börde eintragen dürfen. Mit zwölf Geehrten hat sich die Zahl im Vergleich zur Premiere im Vorjahr mit sieben Urkunden fast verdoppelt.

Wanzleben l Die zwölf frischgebackenen Ehrenbürger der Stadt Wanzleben - Börde verbindet mehr als ihr ehrenamtliches Wirken. Sie sind in der Region durch ihr unermüdliches, langjähriges Wirken nicht nur bekannt wie ein "bunter Hund". Sie sind für das gesellschaftliche Leben und Miteinander in den Orten verlässliche Vorreiter und tatkräftige Zugpferde zugleich. "Dieses besondere Bürger-Engagement gilt es zu würdigen. Das Ehrenamt ist eine gesellschaftliche Ressource, auf die niemand mehr verzichten kann und die immer wichtiger wird", eröffnete Vize-Verwaltungschefin Cornelia Franz Donnerstagabend stellvertretend für Bürgermeisterin Petra Hort, die derzeit im Urlaub ist, mit Worten der Dankbarkeit und des Lobes die Festveranstaltung im Rathauskeller.

Hatten sich im Vorjahr bei der Premiere sieben Bürger in das Ehrenbuch eintragen dürfen, waren es in diesem Jahr schon zwölf aus ebenso vielen Ortsteilen und damit beinahe doppelt so viele Persönlichkeiten des Ehrenamtes, die mit ihrem Eintrag ins zweite Kapitel Geschichte geschrieben haben. Bis auf Bottmersdorf/Klein Germersleben waren aus allen Ortsteilen Nominierungen im Rathaus eingegangen.

Als Erste des Abends wurde Sigrid Kramer aus Domersleben geehrt. Ortschef Helge Sza-meitpreuß nannte in seiner Laudatio als Begründung ihren unermüdlichen Einsatz. "Voller Elan hat sie sich für die Sanierung des Schafstalls eingesetzt, sie unterstützt die Pfarrerin, wirbelt durch die Heimatstube, hilft bei der Organisation der Erntedankfeierlichkeiten und des lebendigen Adventskalenders und ist aktives Mitglied im Schulförderverein."

Sichtlich gerührt schrieb sie sich in das Buch ein. Im Vorjahr hatte sich aus Domersleben als erste Kandidatin überhaupt ihre Mitstreiterin und Freundin Rosemarie Mendt eintragen dürfen.

Der Ortschaftsrat Dreileben hatte als seine diesjährige Kandidatin Dorothea Weber vorgeschlagen. "Sie setzt sich seit Jahren sowohl in der Kirchengemeinde als auch im Verein für das kulturelle Leben im Ort ein", sprach Mario Finke als Vize-Ortschef ihr seinen Dank aus.

Eggenstedts Ortschef Andy Hotopp ehrte mit seiner Rede den Einsatz von Matthias Ohm. "Er hat den Jugendclub und das Feuerwehrgerätehaus mit aufgebaut. Immer wenn wir ihn brauchen, ist er da." Der Geehrte bedankte sich wie seine Vorrednerinnen für die Nominierung und versprach, dass er sich auch weiterhin mit seiner ganzen Kraft für das Wohl seiner Heimat einsetzen werde.

Großes und viel habe auch Manfred Huhn für Groß Rodensleben geleistet, betonte Ortsvorsteher Jürgen Wichert in seiner Ansprache: "Von 1994 bis 2008 stand er trotz schwieriger Zeiten und desolater Haushaltslage verantwortungsvoll als ehrenamtlicher Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde." Den Antrag, Manfred Huhn zum Ehrenbürger ernennen zu wollen, habe der Rat bereits vor zwei Jahren gestellt, merkte Wichert an. Daraus sei dann die Idee für jenen Festakt entstanden, der nun zur Tradition werden soll. Für sein Wirken im Ortsteil Hemsdorf wurde an jenem Abend Horst Nich ausgezeichnet. "Hier seit 60 Jahren wohnhaft, hat er zum Gelingen etlicher Projekte beigetragen", weiß der Ortschef.

Das Gemeinwohl genießt auch bei Rosemarie Kretschmer aus Hohendodeleben höchste Priorität. "Seit 20 Jahren bündelt sie als Ortschronistin die Historie Hohendodelebens. Die neueste Bildchronik wird druckfrisch in Kürze erwartet", kündigte Werner Jander in seiner Laudatio an. Im Zirkel der Plattspreeker pflegt sie nicht nur die Mundart, sondern sorge mit dem Herbstfest auch für einen der kulturellen Höhepunkte im Ort. "Bis heute heizt sie als Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied der SG Grün-Weiß auch der Frauen-Gymnastikgruppe ein", berichtet Jander.

Ein sportliches Programm gestaltet und absolviert auch Pfarrerin Birgit Seiler. "Gemeinsam mit ihrem Mann Pfarrer Thomas Seiler ist sie seit Jahrzehnten das Gesicht der Gemeinde. Mit ihrer fröhlichen und zupackenden Art bringt sie Menschen aller Altersgruppen zueinander. Für ihre Verdienste möge sie sich in das Ehrenbuch eintragen", sagte Seehausens Ortschef Eckhard Jockisch. Genauso wie Manfred Wegner aus Wanzleben, der seit 1948 Mitglied der Feuerwehr ist und "ihr seither sein Leben verschrieben hat", weiß Ortsbürgermeister Tino Bauer über den 84-Jährigen zu berichten. "Er hat Leben gerettet und gesichert." Das treffe auch auf Walter Hornig (76) zu, der seit 1955 Feuerwehrmitglied ist und 28 Jahre lang in Remkersleben Wehrleiter war, schloss sich Zuckerdorfchef Horst Flügel mit seinem Grußwort an. "Selbst das Kennzeichen des Feuerwehrautos trägt bis heute seine Initialen WH", sagte Flügel und reichte dem Senior den Stift zur Ehrung.

Den führte auch der mit 85 Jahren älteste Nominierte der Ehrungsrunde, Christian Kärsten, über das gestärkte Papier. Der Schleibnitzer hatte als Stadtrat 19 Jahre lang bis 2009 stets die Interessen des Steuerzahlers vertreten. "Wie beispielsweise beim Bau der Umgehungsstraße oder der Teichsanierung, damit Schleibnitz ein Stück schöner wird", zollte ihm Tino Bauer Respekt.

   

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