Die Miss-Stimmung zwischen der Bürgerinitiative (BI) Baumschutz und der Gemeinde Hohe Börde hält an. Die ehrenamtlichen Baumschützer fordern mehr Schulungen, vor allem für leitendes Personal. Bürgermeisterin Steffi Trittel verweist auf ihre Entscheidungshoheit.

HoheBörde l Noch während einer Baumpflege-Schulung für etwa 20 Gemeindearbeiter konnte Karin Rohr, die Initiatorin der Baumschutzgruppe Hohe Börde, kaum an sich halten. Ihre Wut will bis heute nicht verrauchen. Sie fühlt sich von der Gemeinde nicht ernst genommen. "Schön und gut, dass die Gemeindearbeiter hier geschult werden. Aber vom Bauamt ist kein Verantwortlicher hier, der ja später die Baumpflege durch die ihm unterstellten Gemeindearbeiter kontrollieren soll." Das wäre das Mindeste gewesen, findet Karin Rohr.

Baumschützerin fühlt sich nicht ernst genommen

Drei Mitglieder der BI waren während der Tagesschulung vor einigen Wochen anwesend gewesen. Die meisten der anwesenden Gemeindearbeiter waren leicht gereizt. Ihnen gingen Rohrs Forderungen und ihr Auftreten zu weit.

Karin Rohr wirft der Gemeindeverwaltung vor: "Viele unserer Forderungen landen einfach im Papierkorb. Gar nicht erst gesprüft wurde unser Vorschlag für einen Fünf-Wochen-Weiterbildungskurs zum Baumpfleger für einen Ver- waltungsmitarbeiter. Selbst ein Fünf-Tage-Kurs für den Hauptveranwortlichen des Bauhofes scheint der Gemeinde zu viel. Das hatte aber der renommierte Baumschutzexperte Dr. Axel Schneidewind empfohlen. Es gebe ja die Tagesschulungen für alle Gemeindearbeiter, hieß es in einem Schreiben der Bürgermeisterin an uns. Aber selbst zur Schulung der Gemeindearbeiter war kein Bauamtsvertreter anwesend, weil er Überstunden abfgefeiert hat", empört sich Karin Rohr. "Die Gemeinde drückt sich, angemessene Baumpflege in ihrem großen Zuständigkeitsbereich zu betreiben. Zwei Tageskurse im Jahr für die Gemeindearbeiter: Das ist zu wenig, das ist nicht mehr als ein Feigenblatt", lautet Rohrs Vorwurf.

Gemeindebürgermeister-in Steffi Trittel erklärte: "Wir sind Frau Rohr und der Baumschutz-Initiative dankbar für ihre Hinweise. Für die innerbetrieblichen Abläufe der Gemeindeverwaltung bin aber letztendlich ich und die für die Baumpflege zuständigen Mitarbeiter des Bauhofes verantwortlich. Ich habe Frau Rohr mehrmals auf ihre Bitten und Fragen geantwortet und biete auch weiterhin unsere Mitarbeit an. Fest steht: Unsere Gemeindearbeiter müssen und werden dauerhaft geschult. Wie wir das organisieren, das liegt in unserem Ermessen." Die Bürgermeisterin ergänzte, dass der Niederndodeleber Werner Schier, ein pensionierter Forstingenieur, inzwischen die angesprochene Fünf-Tage-Weiterbildung in Sachen Baumschnitt absolviert habe und den Gemeindearbeitern als Berater im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes zur Seite stehe. Das personelle Entwicklungskonzept werde langfristig auch den Bedürfnissen der modernen Baumpflege entsprechen. Dazu werde ein Baumkataster mit darin eingetragenen "Problembäumen" für alle Ortschaften Grundlage der Baumpflegeaktionen sein.

Kommunikation zwischen beiden Seiten ist schwierig

Der designierte Leiter des Bauhofes, Marco Gründel, erklärte: "Wir stehen ständig in Kontakt mit Frau Rohr. Die Kommunikation gestaltet sich schwierig, weil wir immer wieder der Lüge bezichtigt werden." Karin Rohr dagegen findet, die Verwaltung blocke immer nur ab.

Ein Gemeindearbeiter erklärte gegenüber der Volksstimme: "Im Sinne einer besseren Zusammenarbeit wäre es schön, wenn die Kritiker auf uns persönlich zukommen und über geplante Baumschnittmaßnahmen mit uns reden. Es geht einfach nicht immer so, wie es die Baumschützer gern hätten. Wir haften schließlich persönlich dafür, wenn durch herabstürzende Äste jemand zu Schaden kommt. Hier gilt es, das richtige Maß und den richtigen Ton im Umgang miteinander zu finden. So es wie bisher läuft, wird es schwer, miteinander klar zu kommen."