Das Ziel ist erreicht. Die erste Volksstimme-Foto-Olympiade in der Hohen Börde ist Geschichte. Nun geht es ans Rechnen. Wer bekommt die 300-Euro-Siegerprämie? In dieser Woche berichten wir täglich auf einer Seite vom olympischen Tag in den sechs teilnehmenden Dörfern. Heute aus Hermsdorf.

Hermsdorf l DJ "Schrödi" dreht die Regler runter und übergibt das Wort an Dieter Dähnhardt. Der Hermsdorfer Ortsbürgermeister begrüßt die bunte Schar im lauschigen Grün des Hermsdorfer Parks.

"Unser Dorf rückt zusammen, die Vereine rücken zusammen, wenn es um ein gemeinsames Ziel geht. Das war nicht immer so gewesen. Aber heute können wir richtig stolz aus unser Dorfleben sein", schwärmt Dähnhardt und trifft die Stimmung der Festbesucher auf den Kopf.

Blitzlichtgewitter an einem historischen Standort

Den Termin für die Foto-Olympiade hat Hermsdorf auf den des inzwischen vierten Parkfestes gelegt. Die Stätte des vierten Parkfestes und der ersten Foto-Olympiade hat Tradition in Hermsdorf. "Zu DDR-Zeiten war das der Veranstaltungsort im Dorf schlechthin gewesen. Mit Sängerbühne und Tanzfläche. Nach der Wende haben wir unter dem damaligen Bürgermeister Christian Frei- stedt unseren Park wieder urbar gemacht. Wie man sieht: Es hat sich gelohnt", erzählt Werner Meyer, der Vorsitzende des 2009 wieder gegründeten Hermsdorfer Sportvereins "Blau Weiß 09" und einer, der alles in Bewegung setzt, wenn das Dorf feiert.

"Unser Dorf rückt zusammen, die Vereine rücken zusammen, wenn es um ein gemeinsames Ziel geht. Das war nicht immer so gewesen. Aber heute können wir richtig stolz aus unser Dorf- leben sein."

Ortsbürgermeister Dieter Dähnhardt

Doch nicht alle können an diesem 8. Juni mit dabei sein. "Von hier aus möchte ich unseren Feuerwehrleuten einen Gruß senden. Sie gehören zur allgemeinen Bereitschaft der Feuerwehren der Hohen Börde, sie stehen bereit für die Hochwasserkatastrophe an der Elbe. Einige unsere Kameraden waren in den vergangenen Tagen mehrmals im Einsatz gewesen, andere stehen heute wieder auf Abruf bereit", berichtet Dähnhardt.

Feuerwehr musste wegen des Hochwassers passen

Selbst Klaus Ehlers, der 74-jährige Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, hat in Farsleben mitgeholfen, die Sandsäcke für die Deichrettung zu füllen. Einen Tag später erwartet Magdeburg den höchsten Pegelstand der Elbe seit ewigen Zeiten.

Ursprünglich sollte die Feuerwehr die Brandsicherheitswache des Parkfestes übernehmen und den Grill befeuern. Nun muss alles ein wenig kleiner ausfallen, als geplant. Dafür steigt aber die Volksstimme-Foto-Olympiade.

Ingrid Stobinski von der Ortsgruppe des DRK und zuständig für die Seniorenbetreuung hat die Rentner mobilisiert. Drei Tischreihen sind mit den älteren Herrschaften gefüllt. Die Kinder toben auf der Hüpfburg, schmatzen am Zuckerwattestand und malen am Basteltisch. Die mittleren Semester quatschen und ulken. Die Gymnastikdamen vom Sportverein haben 16 verschiedene Kuchen gebacken und schenken Kaffee aus. An der Kuchentheke bitten die Damen um Spenden für die Betroffenen des Elbehochwassers.

Zum ersten Mal präsentieren sich die Fußballmädchen von "Blau-Weiß 09" der Öffentlichkeit. Vereins-Chef Werner Meyer ist überall zu sehen. Von der Vorstellung seiner Frauen saust Meyer in die andere Ecke, wo er mit Kita-Leiterin Gudrun Meyer einen Kooperationsvertrag der Sportler mit den Kita-Knirpsen unterzeichnet.

Das Dorf wächst zusammen. Dann folgt der Aufbruch zum Fototermin. Der Volksstimme-Fotograf erklimmt die steilen Hänge des Gersdorfer Kessels für die richtige Perspektive. Die Dorfgemeinschaft ist gut gelaunt. Geschlagene 20 Mal folgt Blitzlichtgewitter. Das Foto ist im Kasten, das Fest geht bis in den späten Nachmittag. Die Abendparty fällt aus. Dafür gibt es bald eine Sommernachtsparty. Dann können die Feuerwehrleute auch mit von der Partie sein.