Der Tierschutzverein zieht ein Jahr nach seiner Gründung eine positive Bilanz. Größte Sorgen bereiten den Mitgliedern herrenlose Katzen, für die es an Pflegestellen fehlt. Außerdem suchen fünf Samtpfoten ein neues Zuhause.

Oschersleben l "Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist es uns gelungen, das Ruder herumzureißen", sagt Vereinssprecherin Gaby Pelcynski und meint damit sowohl einstige Personalquerelen als auch eine "gewisse Vorbelastung aus Zeiten des Jahre zuvor aufgelösten Tierschutzvereins". Diese seien nunmehr überwunden und die zehn aktiven Mitglieder könnten auf ein erfolgreiches erstes Vereinsjahr zurückblicken.

Als Höhepunkte der vergangenen zwölf Monate bezeichnet sie unter anderem den Eintrag ins Vereinsregister im Oktober des vergangenen Jahres sowie die Aufnahme im Tierschutzbund im Frühjahr. Auch der Auftritt des Vereins beim Tag der Regionen am vergangenen Wochenende in Oschersleben sei sehr erfolgreich gewesen. "Wir hatten großen Zuspruch und hoffen, dass wir bald das eine oder andere Neumitglied begrüßen können", erzählt Pelcynski.

Besonders hebt sie die mit der Wohnungsbaugesellschaft Bewos, der Wohnungsgenossenschaft "Neues Leben" sowie dem Oschersleber Ordnungsamt initiierte Katzensterilisation im Neubaugebiet Wasserenne hervor. Seit dem Frühjahr seien dutzende herrenlose Samtpfoten eingefangen, kastriert und wieder freigelassen worden. "Nur so kann die unkontrollierte Vermehrung eingedämmt und der vorhandenen Population geholfen werden", erklärt die Tierliebhaberin.

Auch die Einrichtung der Futterspendenbox im Marktkauf stoße auf regen Zuspruch. Mindestens zwei Mal im Monat müsse die große Kiste mit von der Bevölkerung gespendeter Tiernahrung geleert werden. "Das Futter geben wir beispielsweise an unsere Pflegestellen weiter", beschreibt die Sprecherin. Dabei handele es sich um Tierliebhaber, die über einen gewissen Zeitraum herrenlose Katzen bei sich aufnehmen, bis ein neuen Zuhause gefunden ist. "Leider haben wir viel zu wenig Pflegestellen", gibt Pelcynski zu und sucht Freiwillige. Gerade ein aktueller Fall zeige wieder einmal, dass der Verein auf verständige Leute angewiesen sei. "Ich werde in den kommenden Tagen fünf herrenlose Stubentiger bei mir aufnehmen, um die Süßen möglichst bald zu vermitteln", sagt sie. Noch lebten die Tiere auf einem Hof in Großalsleben. Der Besitzer sei vor einigen Wochen weggezogen, ohne sich um das Tier zu kümmern. Mittlerweile habe die Samtpfote Nachwuchs bekommen. "Niemand fühlt sich zuständig. Behördenmitarbeiter in Gröningen haben zu einer Nachbarin gesagt, sie müsse die Vierbeiner auf eigene Kosten ins Tierheim nach Derenburg bringen", sagt die Vereinssprecherin. Auch in Oschersleben hätten die Mitarbeiter nur abgewiegelt. "Ich werde nun alle fünf Katzen zu mir nehmen und auf eigene Kosten impfen und entwurmen lassen", erzählt die Tierschützerin und hofft, dass sich bald Menschen melden mögen, die einen der Vierbeiner haben wollen.

Interressenten, die im Verein mitarbeiten oder Katzen bei sich aufnehmen wollen, können sich unter 03949/82485 melden.