Oschersleben l Gleich zwei wichtige Gründe führten Eva Brandt, in Oschersleben und Umgebung als Plattsprecherin bekannt, in diesen Tagen in die Puschkin-Schule. Sie selbst war hier in die Schule gegangen. Und wie sie den Schülern der Klasse 5a berichtete, war diese schon damals alt. Denn immerhin war das Schulgebäude bereits 1896 errichtet worden.

Nun ist das Schulgebäude in den vergangenen Jahren komplett saniert worden - ein wichtiger Grund für Eva Brandt, ihrer alten Schule ein Geschenk zu machen - einen selbst gezogenen, vier Jahre alten Ginkgobaum.

Wie die heutige Hornhäuserin den Schülern der 5. Klasse und ihrer Klassenlehrerin Gunhild Dannenberg berichtete, wird der Gingkobaum auch Baum der Hoffnung genannt und das erklärte Eva Brandt den Schülern so: "Als 1945 die Amerikaner auf Hiroshima eine Atombombe abwarfen, war dort jegliches Leben erloschen. Ein Jahr später wurde der Trieb eines Ginkgobaumes inmitten des zerstörten Stadtzentrums entdeckt, er war aus einer Wurzel wieder ausgeschlagen. Damit war die Hoffnung, dass es wieder neues Leben gibt, verbunden."

Jeder habe schließlich Hoffnung, so Eva Brandt weiter. "Ihr hofft auf einen guten Schulabschluss, auf eine gute Ausbildung", meinte sie und erzählte den Schülern, dass es auch mit dem Spaten eine besondere Bewandtnis gäbe: Mit diesem hat sie schon einmal einen Baum gepflanzt - an der ehemaligen deutschen Grenze. "Bäume können Grenzen überwinden." Nach der Pflanzaktion schenkte Eva Brandt der Schule den besonderen Spaten.

Die Schüler der Klasse 5a werden den Baum der Hoffnung nun bis zum Ende ihrer Schulzeit pflegen und dann in sechs Jahren unter einem, dann vielleicht groß gewachsenen, Baum ihr Abschlussfoto schießen, wie Klassenlehrerin Gunhild Dannenberg schon einmal in die Zukunft schaute.

Schulleiterin Monika Nagel freute sich über die besondere Aktion. "Danke für diese besondere Geste. Wir werden darauf achten, dass dieser Baum der Hoffnung auch groß wird und damit uns allen die Hoffnung gibt, die wir in dieser Zeit brauchen", so die Schulleiterin.

Für die Klasse 5a ging mit der Pflanzaktion am vergangenen Freitag eine ganz besondere Schulstunde zu Ende. Die Jungen und Mädchen hatten zuvor von Eva Brandt eine Menge über das Plattdeutsch hier in der Region Ostfalen erfahren und natürlich auch gesprochen, so das Gedicht von Herrn Ribbeck auf Ribbeck und seinem "Beerbom" (Birnenbaum).

Die Schüler erfuhren ebenso, dass es einen Bundesrat für Niederdeutsch gibt, der sich darum kümmert, dass Niederdeutsch als Kulturgut auch nachfolgenden Generationen erhalten bleibt. Im Bundesrat für Niederdeutsch ist auch Sachsen-Anhalt mit zwei Personen vertreten. "Platt ist ein Stück deutsche Geschichte", machte Eva Brandt den Schülern deutlich und sie hatte ihnen auch ein Motto mit auf den Weg gegegen: "Geiht nich, jifft`t nich!". "Wenn ihr künftig meint, eine Hürde nicht meistern zu können, dann denkt an diesen Leitspruch", spornte die Hornhäuserin die Schüler an.

Im Dezember wird Eva Brand noch einmal in die Klasse 5a der Puschkin-Schule kommen. Dann soll noch einmal Plattdeutsch im Mittelpunkt stehen.