Der Feuerwehrverband Börde Oschersleben hatte am Sonnabend zur Verbandsversammlung nach Osterweddingen eingeladen. Vertreter der Mitgliedsfeuerwehren und Kommunalpolitiker nahmen daran teil.

Osterweddingen l Die Farbe Blau dominierte am Sonnabend im Beratungsraum des neuen Feuerwehrgerätehauses Osterweddingen im Gewerbegebiet vor den Toren dieses Sülzetal-Ortsteils. Der Feuerwehrverband Börde Oschersleben, der die Interessen von 64 Feuerwehren mit etwa 4 500 Mitgliedern vertritt, hatte Vertreter seiner Mitgliedswehren und Gäste zur Verbandsversammlung 2014 eingeladen.

Ulf Nohr, Vorsitzender des Feuerwehrverbandes Börde aus Oschersleben, konnte neben seinen Kameraden unter anderem Gäste wie Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner (SPD), Osterweddingens Ortsbürgermeisterin Birgit Wasserthal (CDU), die Landtagsabgeordneten Silke Schindler (SPD) und Gudrun Tiedge (Die Linke), Kreisbrandmeister Kay Pluntke und Erich Wasserthal, stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen-Anhalt, sowie Vertreter des Technischen Hilfswerks begrüßen. Feuerwehrleute und Gäste erhoben sich zu Beginn der Verbandsversammlung, um der verstorbenen Kameraden in einer Schweigeminute zu gedenken.

Wie Markus Drebenstedt aus Hohendodeleben in Vertretung der Verbandsjugendfeuerwehrwartin Christine Peter berichtete, sind im Feuerwehrverband Börde 49 Jugendfeuerwehren und zehn Kinderfeuerwehren aktiv. In ihnen sind 512 Kinder und Jugendliche organisiert, wobei deren Anzahl im Vergleich zum Vorjahr mit 540 Mitgliedern leicht gesunken ist. Bei den Gründen zu den Austritten benannte Drebenstedt unter anderem Wohnortwechsel, andere Interessen und Zwänge aus der Schul- und Berufsausbildung.

Mit der Wiederbelebung der Jugendfeuerwehr Groß Germersleben mit zwölf Mitgliedern konnte Jugendwart Veit Peter aus Sicht der Oschersleber Feuerwehren einen Erfolg verkünden. "Die Jugendfeuerwehren müssen ihren Sinn erfüllen und Nachwuchs für die Aktiven rekrutieren", verdeutlichte Peter.

Über Zuwachs einer Kinderfeuerwehr im Verbandsgebiet konnte ebenso das verantwortliche Vorstandsmitglied Sandra Deutrich berichten. In den zehn Kinderfeuerwehren des Verbandsgebietes würden demnach 79 Mädchen und Jungen mitmachen. Sandra Deutrich blickte auf den aus ihrer Sicht sehr erfolgreichen 4. Grisu-Tag der Kinderfeuerwehren im Freibad Großalsleben in der Westlichen Börde zurück, an dem 50 Mädchen und Jungen teilnahmen.

"Die Frauen sind in den Feuerwehren akzeptiert und werden nicht diskriminiert", berichte Christina Krüger für den Fachbereich Frauen im Feuerwehrverband Börde. Die stellvertretende Frauensprecherin habe etliche Feuerwehren besucht, um dort mit den Kameradinnen zu sprechen. Bei einem gemeinsamen Grill- abend in Sommersdorf habe die Frauentruppe ihren Zusammenhalt gestärkt.

"Sprechen Sie unser Team an, wir sind immer erreichbar."

Notfallseelsorger Peter Müksch

Einen Wechsel gab es an der Spitze der Notfallbegleitung Bördekreis Süd, deren Träger der Feuerwehrverband Börde ist. Nach dem Weggang der bisherigen Führung, des Oschersleber Pfarrerehepaars Annette und Friedrich von Biela nach Salzwedel, stehen jetzt der Hötensleber Pfarrer Peter Müksch und die Haldensleber Ärztin Dr. Margarete Zeidler an der Spitze der Notfallbegleitung. "Wir sind zahlenmäßig ganz gut aufgestellt", sagte Müksch. In der Notfallbegleitung arbeiten 18 besonders geschulte Frauen und Männer aus allen Bevölkerungsschichten, die im Monat 60 Dienste abzudecken haben. Sie begleiten unter anderem Polizeibeamte, wenn sie nach Verkehrsunfällen den Hinterbliebenen den Tod eines Angehörigen mitteilen müssen. "Sprechen Sie unser Team an, wir sind immer erreichbar", bot Müksch den Feuerwehrleuten nach psychisch belastenden Einsätzen die Hilfe der Notfallbegleiter an.

"Wir in den Kommunen sind sehr dankbar für Ihre ehrenamtliche Arbeit im Dienste der Allgemeinheit", sagte Sülzetal-Bürgermeister Jörg Methner zu den Feuerwehrleuten des Verbandes. Jedoch müsse es allen Beteiligten besser gelingen, für die Jugend interessante Anreize zu schaffen, um sie zum Bleiben zu bewegen und zum Dienst in den Feuerwehren zu gewinnen. Es könne nicht sein, dass womöglich in zehn Jahren in den Gemeinden Berufsfeuerwehren aufzustellen seien, weil der Nachwuchs im Ehrenamt fehle.

 

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