Der Förderverein "Seehäuser Kirchen" hat für das St.-Laurentius-Sanierungskonzept den mit 5000 Euro dotierten Stiftungspreis feierlich in München überreicht bekommen. Spielt das Wetter mit, könnte der Bauplan um die vier gotischen Fenster noch in diesem Jahr aufgehen.

Seehausen l Mit der Verleihung des Preises der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler, kurz KiBa, ist in München der 28. Evangelische Kirchbautag eröffnet worden. Mit dabei waren erstmals auch Mitglieder des Fördervereins "Seehäuser Kirchen".

Dass "die Kirche im Dorf" bleibe, sei von großer Bedeutung, würdigte der bayerische Staatsminister des Inneren, Joachim Herrmann, den Beitrag der evangelischen Kirche, die sich für die Erhaltung von Denkmälern im Land einsetzt. Das von Bauingenieurin Elke Weinrich seit Jahren begleitete Projekt zur Sanierung der Seehäuser St.-Laurentius-Kirche war von der KiBa-Stiftungsjury mit einer Sonderpreis-Premiere, die mit 5000 Euro dotiert war, erstmalig bedacht worden.

Ausgezeichnet wurden vier evangelische Kirchengemeinden, die dem diesjährigen Thema "Innenansichten - Kirchen für Gemeinden von morgen" nach Auffassung der Jury am besten entsprochen hatten. Der erste Preis ging an die sächsische Kirchengemeinde Kamenz, den zweiten Preis erhielt die Evangelische Kirchengemeinde in Baumholder (Rheinland-Pfalz). Der dritte Preisträger war die Evangelische Gedächtnis- und Rosenbergkirche Stuttgart.

"In ihrer Laudatio betonte die Jury, dass der Baufortschritt von der ,Cabrio-Kirchen"-Ruine zum halbwegs funktionierenden Gotteshaus beispielhaft für den Mut aller Beteiligten sei, es zum einen Leistungs- und Qualitätsnachweis, zum anderen aber auch Ausdruck eines hartnäckigen Willens und eines vielfältigen bürgerschaftlichen Engagement sei, konstruktiv und nachhaltig Veränderungen auszulösen", berichtet Dr. Helmut Schröder vom Förderverein. "Dass sich auch die Seehäuser in den Bann der Wiederbelebung der Stadtkirche zu einem religiös-kulturellen Zentrum, einer ,offenen Kirche` ziehen lassen hätten, wurde von den Juroren in höchsten Tönen gelobt", fasst Dr. Schröder zusammen, der gemeinsam mit seiner Frau, Pfarrer Thomas Seiler und Ingenieurin Elke Weinrich den Preis stellvertretend für die Kirchgemeinde im Kaisersaal der Münchner Residenz entgegen nehmen zu durfte.

Die Frage aller vor Ort nachdem "Wie geht es weiter?", konnte schnell beantwortet werden. "Wir hoffen, dass die vier gotischen Fenster noch in diesem Jahr eingesetzt werden können. Dann wäre die Kirche endlich wieder vor Wind und Wetter geschützt und richtig geschlossen", merkt Dr. Schröder optimistisch an. Die vier Fenster seien in einer Quedlinburger Glaswerkstatt bereits in Arbeit.