Viel Mühe hatte sich Völpkes nimmermüde Sportskanone Gerhardt Reimann bei der Vorbereitung des zweiten Seniorensportfestes gegeben. Was er nicht wusste: Er selbst sollte - spätestens bei der Siegerehrung - im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Reimann wurde zum Ehrenbürger ernannt. Auch darin ist er nun ein Vorturner.

Völpke l "Ehrlich gesagt, war das Sportfest nur ein Vorwand, um eine Bühne für die Ehrung von Herrn Reimann zu haben", sagt ein verschmitzter Wolfgang Smolin. Der Bürgermeister siezt seinen einstigen Sportlehrer bis heute. Der Reimann ist eine Respektsperson - und neuerdings erster Völpker Ehrenbürger. Kurz vor seinem 87. Geburtstag am 30. Oktober bereitete ihm die Gemeinde dieses spezielle Überraschungsgeschenk unter verschwörerischer Mithilfe von Reimanns Tochter Anita. "Schön, dass alle Eingeweihten dichtgehalten haben", meint Smolin, "denn wir mussten die Ehrung ja erst im Gemeinderat offiziell beschließen."

Wenn jemand den Status des Ehrenbürgers verdient hat, dann Gerhardt Reimann, darin war man sich einig, denn Person und Wirken sind nun schon sechs Jahrzehnte lang mit Ort und Sport, Schülern und Senioren verbunden. "Seit 1954 prägt er nachdrücklich das sportliche Leben hier und in der Umgebung", stellt die Gemeinde in der Begründung fest. Der Beruf als Sportlehrer liegt längst ad acta, aber die Berufung ist ungebrochen frisch wie eh und je. Reimann leitet(e) mehrere Sportgruppen und schafft immer wieder Bewegungsangebote für Alt und Jung. So auch jüngst beim zweiten Seniorensportfest in "seiner" Turnhalle, das kurzerhand aber eher zum Familiensportfest umgemodelt wurde.

"Es hat uns besonders gefreut, dass auch jüngere Erwachsene und sogar Jugendliche und Kinder spontan teilgenommen haben", meint Hans-Joachim Schell vom Heimatverein Völpke/Badeleben, der mit seinen Mitgliedern, wie schon bei der Erstauflage Anfang des Jahres, den Großteil des Starterfeldes stellte. Der Spaß an der Sache und die Freude an der Bewegung übertrumpften ohnehin den Wettbewerbscharakter. Eine Auswertung samt Siegerehrung - da ist "Sportfeldwebel" Reimann eisern - gehörte freilich trotzdem dazu. Doch sie geriet nicht zuletzt angesichts der Auszeichnung des rüstigen Riegenregisseurs zur Nebensache. "Alle zusammen hatten wir sehr viel Spaß und haben uns versprochen, dass wir es auf jeden Fall wiederholen werden", befindet Hans-Joachim Schell im Namen des Heimatvereins gänzlich zufrieden.

Organisator Reimann hatte auf Bitten und Vorschlag des Bürgermeisters einmal mehr Sport- und Spielstationen mit unterhaltsamen Herausforderungen in der Halle aufgebaut. Obendrein war der Pokal des Bürgermeisters ausgelobt, dessen Gewinner mittels Kegelwettbewerb ermittelt wurden. "33 Teilnehmer - das ist eine stattliche Zahl", bedankte sich Gerhardt Reimann bei seinen Mitstreitern und hatte fast vergessen, dass ihm selbst die Hauptrolle zugedacht war. Darauf angesprochen, meint er heiter: "Also, dass meine Anita so hinter meinem Rücken gearbeitet hat, ist schon ein starkes Stück. Es war eine gelungene Überraschung, ich hatte keine Ahnung. Aber ich bin sehr dankbar dafür und auch sehr stolz auf diese Form der Anerkennung meiner Arbeit."